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8 (1839)
Entstehung
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494
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494 Vermischte Schriften, erster Theil.

man einen andern nicht darauf genießen lassen,- was man selbstnicht genießen mochte? Hätte sich Scxtilian nur seiner Unmä-ßigkcit nicht zu schämen gehabt: die Zeichen hätte er immerohne Scham annehmen, auch wohl von seinen Bekannten ohneScham fodern können. Zu mehrerer Bestärkung dieser meinerAuslegung merke ich nur noch an, daß numilm-t auch bloß fürden Stempel, für das Gepräge auf einem Geldstücke gebrauchtwird, und daß das Wort tellcia nach keiner Abänderung in dasclcgicische Sylbcnmaaß geht, wodurch allein schon Martial ge-zwungen werden konnte, ein anderes Wort dafür zu brauchen.

2. Zum zweyten Beyspiele wähle ich das ein und fünf-zigste Epigramm des achten Buches, in welchem von einemKunstwerke die Rede ist; nehmlich von einem kostbaren Trink-gcschirre, welches der Dichter von dem Rufus geschenkt bekam,und das er daselbst folgcndcnnaaßcn beschreibt:<)u!s Ial>oi' in jilnala? docti ülvos, anne Alvrouis?

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iVon FreAe clv cloruini, teil tuc», Lesle, inanus --

Was ich mit dem allgemeinen Namen Trinkgcschirr benennethabe, war eigentlich eine Schaalc mit einem ganz runden Bo-den, so daß sie auf diesem Boden nicht stehen konnte, sondernauf den Rand umgestürzet werden mußte, wenn sie ruhig liegen