Druckschrift 
8 (1839)
Entstehung
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Vermischte Schriften, erster Theil.

was kann nun deutlicher seyn, als daß der Dichter sagen wol-len, der kostbare gelbliche Stein, aus welchem die Schaalcgeschnitten, habe einen sehr glücklichen weißen Fleck? Aber,wird man fragen, warum glücklichen? Fast erweckt es Mitlei-den, wenn man höret, was die Ausleger darauf antworten.?elix puttula n'icitur, vvl yuocl tolieiter et inFvnIokv öltet ela-dorsta, vol yuoä nottruin povtani Iivsret. Nicht doch! diese pu-stul» hieß glücklich, weil die Ausleger so glückliche Muthmaßun-gen einmal darüber haben sollten.

Ernstlich von der Sache zu sprechen, glaube ich, das Glück-liche dieses Flecks in den folgenden Zeilen zu finden:Uateria; non oeüit onus: tio alliAat oi-Iiein

l^lin-inn» cuin tola lamn-nle I^una intet.Wie kömmt der volle Mond aus einmal hierher? O das wis-sen uns die Ausleger auf so viclcrlcy Art zu erklären, daß wirdie Wahl haben. Die gemeinste ist, daß die Schaalc die Figurdes vollen Mondes gehabt habe. Und wem das nicht genügt,dem giebt Räder zu bedenken, ob nicht vielmehr Zch mußseine eigenen lateinischen Worte hcrschrcibcn; denn ich weiß siewahrlich nicht zu übersetzen ^.n notius clauält (7«n^ ordem^liialiL eieculo eloganti^ue vmulematv? an imnlet et encinüt?Wie oft beneide ich die gelehrten Männer, welche Lateinischschreiben; denn sie allein dürfen so etwas hinsetzen, wobey keinMensch etwas denken kann. Man urtheile, ob sich mit meinerAuslegung noch eher ein Begriff verbinden läßt. Zch meynenehmlich, daß wirklich ein voller Mond auf die Schaalc gc-schnittcn gewesen; und daß der Künstler eben jenen weißenFleck, eben jene tollx nuktula zu diesem vollen Monde genutzthatte; so daß eben durch diese Nutzung, eben durch diesen glück-lichen Einfall des Künstlers, den blassen vollen Mond darauszu schneiden, der Fleck selbst ein glucklicher Fleck gencnnt zuwerden verdiente. Wie viel dergleichen glückliche, oder glücklichgenutzte Flecke, es auf alten besonders erhaben geschnittenenGemmen giebt, ist bekannt.

Und hiermit breche ich ab, da sich die übrigen Zeilen vonselbst erklären.