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Vermischte Schriften. Erster Theil.
daß cr sich dafür bloß gegeben habe? Es ist sonderbar, wie ergerade da eine so kleine citele Rolle spielen muß, wo er ganzvon Freundschaft und Bewunderung fremder Tugenden überfloß?Denn mit einem Worte: das itta beziehet sich einzig und alleinauf den Inhalt des nächst vorhergehenden Epigramms, in wel-chem er seinem Freunde dem Decianns ein so seltenes Lob er-theilet, daß cr, nicht seine eigenen Verse, sondern dieses Lobgleich darauf gegen den Neid sichern zu müssen, selbst für nö-thig erachtete. Man lese nur:
8i hui« oi'il, i'aros iutor nuuivravclus amioos,s>ualo8 jii'Iloa liiles, j!>m»lsue novit, l»ius:
8j lMs t?Loi'ovise mittliiliis I^Iivehue Maervoe^riivus, et veia limnlicitate Konus:
8i c^uis orit leeti euKos, imitatoi' IwueKi,üt niliil aioano c^ui loget orv lleos:
8i k^uis eilt mkignoe luvm'xus rovoio mentis.Dituoream, li noii lüe DLeisiius orit.Und nun verbinde man hiermit so fort das folgende; und ur-theile selbst.
()ui clueis vultus, vt uoii IvAis ilta liueutei',dmiiluus invideas, livitle, nomo til>i.Sollten Leser, die sich nicht sehr um den Martial bekümmerthaben, wohl glauben, daß die augenscheinliche Verbindung die-ser zwey Epigrammen unter sich, schlechterdings noch von kei-nem Ausleger bemerkt worden? Was durch Gelehrsamkeit inden alten Dichtern zu erklären stehet, das ist uns, die wirjetzt leben, ziemlich vorweg genommen. Aber auf mein Wort:von dem, was sich in ihnen bloß durch Geschmack lind Empsin.dung erklären läßt, ist uns noch manches übrig gelassen, waswir zuerst bemerken können.
Ich weiß nicht, ob ich hichcr auch die unzulängliche Erklä-rung eines andern kurzen Epigramms rechnen darf, das so oftnachgeahmt, so oft übersetzet worden. (")
?>iup<zi' vrak MLllious, ekt. velnillo Diaulus:
()iio<I veHMu i'acit, koooi'at mecllvus.
(") I. <-v. 48.