Z24 Vermischte Schriften. Erster Theil.
H-v^ov cx^o irzio^-ovcov ^i^ovt n«ts A-cxX«o'!?^.
Wie kömmt cs, daß man uns so gar nichts von diesem Thurmesagt? Ich kann nicht glauben, daß schlechterdings kein Ausle-ger gewußt, was es mit diesem Thurme für eine Bewandtnis;gehabt. Aber wer cs von ihnen gewußt hat, der hat wenig-stens sehr Unrecht gethan, seine Leser für eben so gelehrt, alssich selbst zu halten. Denn wahrlich versteht sich die Sachenicht von selbst. Hcro war Pricstcrinn der Venus zu Scstos;der Tempel dieser Göttinn, an welchem sie stand, lag in derStadt; in diesem Tempel in der Stadt ward das Fest geseyert,bey dem sie Leander zu erst erblickte: wie nun, daß sie gleich-wohl nicht in diesem Tempel in der Stadt, sondern außer derStadt, am Meere, in einem Thurme wohnte? Was war dasfür ein Thurm? und was waren ihre Verrichtungen in die-sem Thurme?
Zch bekenne, daß ich mir selbst auf diese Fragen, über die,wie gesagt, in allem, was Noten über den Musäus heißt, eintiefes Stillschweigen beobachtet wird, lange nicht zu antwortengewußt habe: bis ich endlich auf zwey Epigrammen in der An-thologie traf, die mir völlige Befriedigung darüber gewährten.
In beiden erscheinet Venus als die Beherrscherinn des Mee-res; in beiden wird eines Hauses, und einer Stätte gedacht,welche der Göttinn an dem Ufer gchciligct waren. Allem An-sehen nach war also auch die VcnuS, die zu Scstos ihren Tem-pel hatte, eine Venus Pomias, oder iLnpIoa, oder was siesonst für einen Namen in jencr Würde führte: und der Thurm,welchen ihre Priestern», bewohnte, war gleichsam eine zu jenemTempel gehörige Kapelle, die außer der Stadt an dem Ufer,zu mehrerer Bequemlichkeit der Schiffer und Reisenden, er-bauet war.
Das erste dieser Epigrammen gehört einem Annpatcr, undlautet so:
^tT'ol; /il.ot, cko^uo? oui'o^, ?ra^>« xi^lxT't ?r>^^>
^IH>'v^loci, vv?^^-; '5xc/?rll?l-; 'i^uvui;)^.^X,« c^tXoc;' 7coV5Ui xivt, ?rX«?>^ <jx^l.c<lvov?t
XoiiLU), sc«t kl-; x^l,s c/u^v^L^citl,'.