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Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
Seite
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H 4. platische und genetische Beziehungen des Geldes zum Metall. 63

Die Art (3.), das autogenische, metalloplatische Geld hateine weite Verbreitung. Bei unserer Verfassung (seit 1871)gehören dahin: erstens die Talerstücke; zweitens alle nach Vor-schrift des Reiches hergestellten Silbermünzen ; drittens alle Nickel-und Kupfermünzen. Daß die Talerstücke Kurantgeld sind (1905)und die anderen genannten Münzen Scheidegeld, werden wirspäter besprechen. Nicht auf diesen Unterschied kommt es hieran, sondern auf das Gemeinsame und dies liegt darin, daßdiese Geldarten jetzt nicht von hvlischer Entstehung sind, obgleichsie alle in Form von Münzen auftreten. Hierin liegt der Grund,weshalb viele Schriftsteller, zum Beispiel auch Bamberger, ge-neigt sind, die Talerstücke als eine Art von Scheidemünze zubezeichnen: eine terminologische Unbeholfenheit, die aus einemrichtigen Gefühl hervorgeht und dies ist: die Ahnung der auto-genischen Beschaffenheit dieser Münzgattungen.

Übrigens war auch in unserer früheren Verfassung (vor1871) das Kupfergeld in dieser Stellung; ja sogar die schongenannten Silbergroschen waren es (vergl. Seite 55).

Ebenfalls zu dieser Geldart wäre, vor 1871, die Gold-münze, genannt Friedrichsdor, zu rechnen, wenn sie folgendeVerfassung gehabt hätte. Gesetzt der Friedrichsdor hätte damalsbei den Staatskassen immer zu 5^/s Taler angenommen werdenmüssen aber es hätte keine freie Verwandlung des Goldes inFriedrichsdore gegeben; dies Geld hätte dann eine feste Begültigungbesessen, da aber Gold nicht hylisch war, so hätte der Friedrichsdoreine autogenische, metalloplatische Geldart dargestellt geradeso wie nach 1871 das Talerstück; so daß also die eigentümlicheStellung des Talers nach 1871 keineswegs ohne Vorbild istdenn der geschilderte Friedrichsdor ist sein Gegenstück, wennman den Begriff des Mischen Metalls im Auge behält undnicht bei der physikalischen Unterscheidung der Metalle stehenbleibt.

Es ist sehr auffallend, daß die autogenisch-metalloplatischeGeldart trotz ihrer weiten Verbreitung und frühen Entstehungnicht richtig in das System der Geldarten eingeordnet ist; der