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Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
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Erstes Kapitel. Zahlung, Geld und Metall.

Durch diese systematische Einteilung sind noch zwei minderwichtige Geldarten zum Vorschein gekommen: die Arten (2.) und(3.) in obiger Übersicht.

Die Art (2.), das hvlogenische, aber pamtvpische Geld istso beschaffen: das hvlische Metall muß dem geldschaffendenStaate überliefert werden, worauf er, entsprechend der Norm,dafür Geldstücke herausgibt; aber diese Stücke entstehen nichtdurch orthotyvische Ausprägung, sondern zum Beispiel durchHerstellung von Scheinen. Wenn bei uns jedes Pfund ein-gelieferten Goldes mit 1395 Mark in Kassenscheinen bezahltwürde so wären diese Kassenscheine hvlogenisch, aber para-tnpisch, und zwar papiroplatisch. Technisch betrachtet würdensie also vom Papiergelde nicht zu unterscheiden sein, abergenetisch ist der Unterschied vom autogenischen Papiergeldeganz deutlich: denn sie wären hvlogenisches Papiergeld, welcheswohl nicht ganz derselben Mißachtung ausgesetzt wäre wie dasandere.

Aber die papirovlatische Beschaffenheit ist nur beispielsweiseerwähnt. Es könnte auch sein, daß jedes eingelieferte PfundGold bezahlt würde zwar mit 1395 Mark wie vorher; aber daßdieser Betrag in Talern ausgezahlt würde. Dann wären dieTaler hnlogenisches und zwar chrnsogenisches Geld; aber siewären argvroplatisch, also nicht orthotypisch, denn wir setzenvoraus, daß Gold unser hvlisches Metall geblieben sei, währenddie Taler silberne Platten haben. Eine solche Verfassung istmetallistisch gar nicht faßbar, während sie chartalistisch nicht diegeringste Schwierigkeit darbietet. In den Niederlanden ist dieseVerfassung zwar nicht ganz ausgebildet; pragmatisch wäre esalso unrichtig, auf diesen Staat hinzuweisen; aber es fehlt nichtviel, daß die niederländischen Silbergulden ein Beispiel dar-bieten von chrusogenisch-argvroplatischem Gelde. Hierbei trittdie Verschiedenheit der platischen und der genetischen Betrachtungganz besonders deutlich hervor: wer nur auf die Platten achtet,würde hier die Verbindung des Geldes mit dem hnlischen MetalleGold gar nicht auffinden können.