Druckschrift 
Staatliche Theorie des Geldes / von Georg Friedrich Knapp
Seite
147
Einzelbild herunterladen
 

Z 9. Kgio bei akzessorischem Geloe.

147

kaufen, man bekommt sie im freiwilligen Austausch. Erst beiwiederkehrenden sehr hohen Silberpreisen würde man sie kaufenmüssen. Auch unsere Reichskassenscheine, die ebenfalls akzessorischsind, braucht man nicht zu kaufen, da sie der Staat gerne gegenunser allein valutarisches Goldgeld darbietet.

Aber es gibt akzessorische Geldarten, welche man in derRegel nur im Wege des Kaufes erhält: es sind diejenigen,die der Staat nicht im Austausche gegen valutarisches Geldhergibt. Der österreichische Silbergulden war von 1859 abakzessorisches Geld wurde aber vom Staate nicht gegen dievalutarischen Noten hergegeben; er war freilich noch staatlichesZahlungsmittel, aber trotzdem konnte er Ware sein. Der In-haber hatte die Wahl: er konnte den Silbergulden ^ unkluger-weise zu Zahlungen verwenden; oder er konnte ihn kluger-weise verkaufen wie jede andere Ware.

Die akzessorischen Geldarten können also begrifflich zwarimmer vom Inhaber als Waren verwendet werden; dies ge-schieht aber praktisch nicht, wenn der Staat sie im Austauschegegen valutarisches Geld herzugeben bereit ist. Wenn aber derStaat dazu nicht bereit ist, dann werden diese Geldarten auchpraktisch sehr häufig zur Ware; der Inhaber hat die Wahl, sieals Zahlungsmittel zu verwenden, denn diese Eigenschaft gehtja nicht verloren, oder sie als Waren zu verkaufen. Bei dieserWahl läßt sich der Inhaber von seinem Vorteile leiten.

Der Vorteil beim Verkauf eines akzessorischen Stückes ent-springt (wenn wir von auswärtigen Beziehungen absehen) nuraus der Beschaffenheit der Platten oder vielmehr aus der Ver-käuflichkeit derselben als Material: je nach dessen Preis ist Vor-teil vorhanden oder nicht vorhanden.

Diesen Vorteil nennt man Agio.

Agio ist undenkbar, wenn es nur eine Geldart im Landegibt, wie es in älteren Zeiten der Fall war. Es bedarf jadurchaus eines Vergleiches, kann also nicht gedacht werden, außerwenn mehr als eine Geldart vorhanden ist.

Agio ist ferner undenkbar beim valutarischen Gelde; diese

10«