§ 9. Kgio bei akzessorischem Gelde.
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Wirtschaft; sie glaubten, die Note sei eigentlich eine Anweisungauf Silbergulden; sie vergaßen die völlig selbständige Naturdieses Zahlungsmittels. Für uns aber, die wir wissen, daßdamals die Noten wirklich valutarisch waren, ist es ganz be-greiflich, daß die akzessorischen Silbergulden ihr positives Agioverlieren konnten.
Ja, wir verstehen sogar ohne weiteres, daß nach 1879 inÄsterreich die akzessorisch bleibenden Silbergulden ein negativesAgio gegen die Noten erhielten. Weshalb denn nicht, wenn dasSilber noch weiter im Preise zurückgeht? Der Silberpreis,ausgedrückt in Papiergulden, die damals valutarisch waren,hatte ja gar keine Regelung: es gab keine Einrichtung, welchedem Silber einen festen Preis in Noten verschafft hätte. DerSilbergulden konnte also höher oder auch niedriger im Preisestehen; der Preis desselben konnte auch zufällig einmal gleicheinem Gulden in Noten sein; aber er mußte nicht andauerndso sein. Vor 1879 war er höher, nach 1879 war er niedriger.Wer sich darüber wundert, der hat nicht begriffen, daß diePreise aller Waren sich auf valutarisches Geld beziehen, daßNoten valutarisch sein können, und daß sie in diesem Fallegar nichts mehr zu tun haben mit dem Gelde, das vorhervalutarisch war, jetzt aber akzessorisch geworden ist, wie derSilbergulden seit 1859.
Das Verschwinden des positiven Agios des Silberguldensim Jahre 1879 und das Auftreten des negativen (allerdingsunsichtbaren) Agios nach dem Jahre 1879 ist also gar nichtsanderes als die Folge der sinkenden Silberpreise, auch auf demösterreichischen Markte. Woher aber dies kam, ist später zuuntersuchen.
Bekanntlich war bis 1879 die Ausprägung des Silbers inGulden ganz frei, seit 1879 aber ist sie gesperrt, aus später zubetrachtenden Gründen. Hier soll nur in aller Deutlichkeit ge-sagt werden: Die erwähnte Sperrung hat gar nichts zu schaffenmit der Tatsache, daß nach 1879 der Silbergulden im Verkehrebenso behandelt wird wie die Noten. Die Noten blieben damals