A 18 b. Deutsches Reich, - Übergang 1871 bis 1876, 341
ferner, damals habe man noch Silberwährung gehabt, weil dieGoldwährung noch nicht durchgeführt war — gerade als wennes nur Barverfassung für das valutarische Geld geben könne, solange keine Papierwirtschaft besteht. Dies ist aber ganz falsch ;es kann auch valutarisches Geld bestehend aus notalen Silber-münzen geben, und diesen Zustand hatten wir damals. —
Der Ursprung des Münzfußes für das Kronengeld („Kronen"und „Doppelkronen") erklärt sich bekanntlich folgendermaßen:
Als man das Kronengeld zu schaffen beschloß, war auf demmaßgebenden Markte für Silber, nämlich in London , der Preisdes Silbers so, daß man für 1 Gewichtseinheit feinen Goldes, ent-halten in Sovereigns, gerade 15'/-? Gewichtseinheiten feinen Silbersin Barren anschaffen konnte. Nach demselben Verhältnis wurdenfeit 1803 in Frankreich die Metalle Gold und Silber in Frankenausgeprägt. Dies Verhältnis war daher von 1803 bis 1871 alsdas sozusagen normale betrachtet worden. Manche Leute glaubten,so müsse es sein und bleiben. Es galt als ein Satz der Erfahrung,daß Gold 15V2mal so viel wert sei als Silber, bei gleichen Ge-wichtsmengen, zumal da es im Jahre 1871 so vorgefunden wurde!
Sollten nun neue Goldmünzen geschaffen werden, so sahman es für selbstverständlich an, daß deren Münzfuß so einzurichtensei, daß der spezifische Plattenwert der neuen Stücke gleich demder alten werde.
Wenn also der Taler zu drei Mark proklamiert war, unddie Krone zu 10 Mark proklamiert werden sollte, so ergab sichfür den Münzfuß der Krone, daß aus dem Pfunde feinen Goldes1395 ----- 3 mal 30 mal 15'/s Mark in Kronenstücken zu prägen
waren, da aus dem Pfunde feinen Silbers 90 ------- 3 mal 30 Mark
in Talern geprägt worden waren. Dies ist bekanntlich der Ur-sprung unseres Münzfußes für das Kronengeld. Die Begründungist damals ohne weiteres für triftig anerkannt worden, da sieder autometallistischen Vorstellung entsprach, als ob man eigentlichdurch Übergabe von Metall zahle; sie beruht aber zugleich auf derVorstellung, daß die beiden Metalle jenes Wertverhältnis als einedauernde Eigenschaft besäßen, was doch gar nicht der Fall ist.