Vom Dreibund zum Dreiverband
ein für allemal zu beseitigen. Mit der Vertretung dieser Auf-fassung blieb die „Army and Navy Gazette" in der eng-lischen Presse nicht allein. Noch deutlicher war eine Rede,die der Zivillord der britischen Admiralität, Mr. Arthur Lee,im Februar 1905 über die damals eingeleitete Neu-organisation der britischen Flotte hielt. Er führte aus,England müsse mit größerer Besorgnis als nach andernStellen nach der Nordsee blicken. Der Gedanke, daß Eng-land eher mit der Möglichkeit einer Gefahr aus dieser Rich-tung als im Mittelmeer rechnen müsse, habe die neueFlottenverteilüng und die Indienststellung der ganzenSchiffsreserven nötig gemacht. „Wir glauben," fügte erhinzu, „an das alte Wort: Dreimal gesegnet derjenige,welcher den ersten Schlag führt! Und ich hoffe, daß imFalle einer Gefahr die britische Flotte in der Lage seinwird, den ersten Schlag, und einen recht wuchtigen dazu,zu führen, noch ehe die andere Macht gewahr wird, daßder Krieg erklärt ist."
Zu dieser Rede bemerkte „Daily Chronicle": „DerPreis für Englands Freundschaft müßte das Aufgeben derKriegsrüstung auf Seiten Deutschlands sein. Wenn diedeutsche Flotte im Oktober vorigen Jahres (Doggerbank-Zwischenfall) zerstört worden wäre, wäre der FriedeEuropas für 60 Jahre gesichert gewesen."
Die folgenden Jahre brachten Versuche zu einer Ver-ständigung über die beiderseitigen Flottenrüstungen.Diese Versuche, über die weiter unten noch gesprochen
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