Englische Wünsche
Auf dieser Grundlage erschien eine für die deutschenInteressen an der Bagdadbahn erträgliche Einigung mög-lich. Der Shatt el Arab wurde damals schon von denSchiffen der Hamburg-Amerika-Linie, die einen regel-mäßigen Dienst nach Basra eingerichtet hatte, ebenso vonden Schiffen der British India Steamship Navigation Com-pany und andern Schiffahrtsgesellschaften bis Basra be-fahren. Das Haupthindernis, die dem Shatt vorgelagerteBarre, konnte von diesen Schiffen zur Flutzeit passiertwerden. Nach dem Urteil der Sachverständigen ist ohneallzu große Schwierigkeiten und Kosten eine Ausbagge-rung möglich, die auch für Schiffe mit großem Tiefgangeine jederzeit benutzbare Fahrrinne schafft. Unter derVoraussetzung, daß die nötigen Vorkehrungen für dieSchiffbarmachung und die dauernde Schiffbarerhaltungdes Shatt el Arab vom Golf bis Basra getroffen, sowieferner, daß ausreichende Sicherheiten für die dauerndeFreiheit der Schiffahrt auf dem Shatt geschaffen würden,konnte man sich auf deutscher Seite vom verkehrs-technischen Standpunkt aus mit einem Verzicht auf diein der Bagdadkonzession vorgesehene Linie von Basra biszum Golf abfinden.
Politische Voraussetzung war die Zustimmung der tür-kischen Regierung. Diese hatte zu Abdul Hamids Zeiten,aber auch noch späterhin, jedes deutsche Zurückweichenvor England in der Frage der Endstrecke der Bagdadbahnals ein Imstichlassen der Türkei in der,, Verteidigung ihrer
io Helfferich, Vorgeschichte
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