Ergebnis der Verhandlungen
auch die Bagdad-Eisenbahn-Gesellschaft schon im Jahre1911 endgültig auf ihre früheren Ansprüche auf den Er-trag der Zollerhöhung verzichtet hatte und auch jetzt nichtdaran dachte, auf die Zollerhöhung für die Finanzierungdes Ausbaus ihres Netzes zurückzugreifen, so wurde dertürkischen Regierung durch das Zugeständnis der Zoll-erhebung wenigstens indirekt die Zuweisung der' für denAusbau der Bagdadbahn erforderlichen Pfänder er-leichtert.
Gleichzeitig mit diesen Abmachungen wurde auch eineÜbereinstimmung über die in Mesopotamien auszuführen-den Bewässerungsarbeiten und über die gemeinschaftlicheAusbeutung der mesopotamischen Petroleumvorkommenerzielt; desgleichen über die recht weitgehenden Wünscheder Smyrna-Aidin-Eisenbahn-Gesellschaft. Hinsichtlich dermesopotamischen Bewässerungsarbeiten verpflichtete sichdie deutsche Regierung, keine Konkurrenz gegen die vonden Engländern schon in Bearbeitung genommenen Pro-jekte zu unterstützen; angesichts der großen Ausdehnungder von Sir William Willcox schon seit Jahren bearbeitetenPläne war das ein sehr weitgehendes Zugeständnis. In derfür die Ausbeutung der mesopotamischen Petroleumquellenerrichteten Gesellschaft begnügte sich die deutsche Gruppe,die immerhin nicht unwesentliche Rechte einbrachte,mit einer Beteiligung von 25 Prozent, während die eng-lische Gruppe 50 Prozent und die niederländische Gruppeder Königlichen Petroleum-Gesellschaft die restlichen
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