Die letzten Verständigungsversuche
bona fides der britischen Politik unterstellen, daß SirEdward sich damals auf den Vorschlag Iswolskis nur ein-gelassen habe, um den durch die britisch-deutsche Ver-ständigung über so wichtige Einzelfragen beunruhigtenEntentegenossen eine Sicherheit über Englands loyalesFesthalten an der Entente zu geben, daß es ihm nurdarauf angekommen sei, für den Fall des Nichtzustande-kommens der Verständigung mit Deutschland oder desNichteintretens der von dieser Verständigung erwartetenEntspannung des deutsch-britischen Verhältnisses sicheine starke Koalition gegen Deutschland zu erhalten —es wäre eine durch nichts gerechtfertigte Aberkennung jederpolitischen Urteilsfähigkeit der britischen Staatsmänner,wenn man annehmen wollte, diese seien sich nicht klardarüber gewesen, daß ihr grundsätzliches Eingehen aufdie Iswolskische Anregung und ihr Eintritt in Besprechungenüber die zwischen England und Rußland abzuschließendeMarinekonvention die stärkste Aufmunterung des kriege-rischen Geistes in Frankreich und Rußland bedeuten mußte,daß damit die deutsch-englischen Abmachungen, noch ehesie zu Ende verhandelt waren, um ihre Frucht gebracht•wurden.
Nimmt man zu der damals vor dem Abschluß stehendenbritisch-deutschen Verständigung die Tatsache hinzu, daßDeutschland in dem Ausbau seiner Flotte ohne vertrags-mäßige Festlegung sich nach dem von Lord Haidane imFebruar 1912 vorgeschlagenen Schlüssel gerichtet hatte,
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