Der Ausbruch des Weltkrieges
Regierung — trotz einer von ihr im März 190g aus Anlaßder Beilegung der bosnischen Krisis abgegebenen feier-lichen Loyalitätserklärung — hinter der großserbischenPropaganda des Wortes und der Tat als treibende Kraftstehe. Ich wußte, wie schwer es gewesen war, bei früherenGelegenheiten Österreich-Ungarn davon abzuhalten, sichdurch einen entscheidenden Streich gegen das Nest dergroßserbischen Zettelungen endlich stärkere Garantienzu verschaffen als niemals eingehaltene Versprechungen.Die Ermordung des Erzherzog-Thronfolgers und seinerGemahlin war nach allem, was vorausgegangen war, eineHerausforderung, die kaum mehr irgendeine Hoffnung aufeinen gütlichen Ausgleich lassen konnte.
Das Verhalten Serbiens unmittelbar nach der Tat wargeeignet, die schlimmsten Befürchtungen zu bestätigen.Die serbische Presse hielt es nicht für der Mühe wert, dieFreude und den Jubel über das Attentat zu unterdrücken;auch Blätter, die der Regierung nahestanden, bezeichnetenals Ursache der Mordtat die inneren Verhältnisse Öster-reich-Ungarns. Der nahe Zerfall der Monarchie und derSerbien zufallende Anteil des Nachlasses wurden lauterdenn je besprochen. Die serbische Regierung selbst tat,während das Fortschreiten der Untersuchung immer neueBeweise für den serbischen Ursprung des Verbrechens er-gab, von sich aus keinen Schritt zur Aufklärung des Sach-verhalts, sondern spielte in herausfordernder Weise dengänzlich Unbeteiligten.
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