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Die Vorgeschichte des Weltkrieges / von Karl Helfferich
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Waffenbündnis der Triple-Entente

Mit dieser Eröffnung Greys an Paul Cambon waren dieWürfel zugunsten des Krieges gefallen. Jetzt glaubte derfranzösische Botschafter über das sofortige EingreifenEnglands in den Krieg an der Seite Frankreichs und Ruß-lands vergewissert zu sein. Noch am Abend desselbenTages konnte die russische Regierung Herrn Iswolskibeauftragen, der französischen Regierung die aufrichtigeErkenntlichkeit der russischen Regierung für die Er-klärung der unbedingten Waffenhilfe auszudrücken (russ.Orangebuch .Nr. 58). Schon am 25. Juli hatte Ssasonoffdem englischen Botschafter erklärt:Wenn Rußland derHilfe Frankreichs sicher ist, wird es alle Risiken des Kriegesauf sich nehmen" (engl. Blaubuch Nr. 17). Jetzt hatteHerr Ssasonoff diese Sicherheit von der französischen Regie-rung erhalten, nachdem diese am Morgen des gleichenTags durch die Eröffnung Greys an Paul Cambon über dieenglische Hilfe vergewissert war.

In Berlin traf der Bericht über die Unterhaltung zwischenSir Edward Grey und dem Fürsten Lichnowsky in der Nachtauf den 30. Juli ein. Der Inhalt deckte sich mit der An-kündung Greys an Cambon. Ich gewann, als ich am Vor-mittag des 30. Juli das Auswärtige Amt besuchte, denEindruck, daß auch die Optimisten, die bisher immer nochanrussischen Bluff" geglaubt hatten, jetzt zur Erkenntnisdes ganzen Ernstes der Lage gekommen waren. Man setztejetzt den schwachen Rest von Hoffnungen, die man nochfür die Erhaltung des Friedens hatte, auf die im

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