Der Ausbruch des Weltkrieges
Einvernehmen mit Sir Edward Grey in Wien eingeleiteteAktion.
Schon am 28. Juli hatte der Deutsche Kaiser an denZaren telegraphiert, er setze seinen ganzen Einfluß ein,um Österreich-Ungarn dazu zu bestimmen, eine offeneund befriedigende Verständigung mit Rußland anzustreben.Die deutsche Regierung beschränkte sich gegenüber derösterreichisch-ungarischen nicht auf allgemeine Ratschlägezur Mäßigung; sie bestand vielmehr nachdrücklich auf derEinleitung direkter Besprechungen mit Rußland, zu denenHerr Ssasonoff sich bereit erklärt hatte, und sie gab alsGrundlage für diese Besprechungen einen Vermittlungs-vorschlag nach Wien weiter, den Sir Edward Grey gemachthatte. Graf Berchtold erklärte sich zur sofortigen Auf-nahme der direkten Besprechungen mit der russischenRegierung bereit. Als der Reichskanzler am Abend des29. Juli aus Petersburg die Nachricht erhielt, daß dieAufnahme der Besprechungen von dem österreichisch-ungarischen Botschafter abgelehnt worden sei, Heß ereine Instruktion an den Botschafter nach Wien telegra-phieren, in der es hieß:
,,. . . Wir können Österreich-Ungarn nicht zumuten, mitSerbien zu verhandeln, mit dem es in Kriegszustand be-griffen ist. Die Verweigerung jedes Meinungsaustauschsmit St. Petersburg aber würde ein schwerer Fehler sein.Wir sind zwar bereit, unsre Bundespflicht zu erfüllen,müssen es aber ablehnen, uns von Österreich-Ungarn
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