Der Ausbruch des Weltkrieges
Militärbevollmächtigten gegebenen Ehrenwortes dieMobilisation der russischen Truppen auch gegen Deutsch-land unentwegt ihren Fortgang nehme. Unsere leitendenMilitärs, die sich den für das Schicksal Deutschlands wesent-lichen Vorteil unserer rascheren Mobilisation durch die rus-sischen Vorbereitungen entgleiten sahen, wurden Ungeduld igund drängten auf eine Entscheidung. Die Erregung derBerliner Bevölkerung war ungeheuer; sie war tags zuvorschon auf das äußerste gesteigert worden durch eine sofo r tdementierte Falschmeldung des „Lokalanzeigers", derMobilmachungsbefehl sei ergangen.
Da kam um die Mittagszeit des 31. Juli aus Petersburgdie Meldung, daß der Zar die Mobilmachung der gesamtenrussischen Armee und Flotte befohlen habe.
Die Generalmobilmachung war also Rußlands Antwortauf die durch den Druck Deutschlands herbeigeführteNachgiebigkeit der österreichisch-ungarischen Regierung!Die Generalmobilmachung, die nach dem russischen Erlaßvom September 1912 für das russische Heer als Kriegs-erklärung an Deutschland zu gelten hatte und die nachKenntnis der Regierungen Rußlands und aller Großmächteauch für Deutschland den sofortigen Krieg mit Rußlandbedeutete.
Schon vor der Aufhellung der inneren russischen Vor-gänge durch den Ssuchomlinow-Prozeß ließ dieser SchrittRußlands, der über alle Friedensbemühungen hinweg denKrieg entfesselte, nur eine Erklärung zu: „Die in jenem
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