Der Ausbruch des Weltkrieges
ab, unter denen es für England möglich sei, dem Kriegefernzubleiben. Dagegen erörterten seine Gespräche mitHerrn Cambon fast ausschließlich die Frage nach einemgeeigneten Ausgangspunkt für ein sofortiges EingreifenEnglands in den Krieg. Dieser Unterschied zeigt das wahre
* • • «•
Gesicht der jedenfalls in jenem Stadium auf den Krieggerichteten britischen Politik.
Nachdem auch der „Kampf um die Hegemonie in Europa"als Kriegsparole keinen unbedingten Erfolg versprach,griff Sir Edward Grey die Frage der belgischen Neutralitätauf. Er operierte gegenüber den Zögernden mit derungenügenden, weil ausweichenden Antwort, die der Staats-sekretär von Jagow auf die erste Anfrage des britischenBotschafters in Berlin am 31. Juli gegeben hatte. Als ihmdann der Fürst Lichnowsky am 1. August die Gegenfragestellte, ob England bereit sei, im Fall der Respektierungder belgischen Neutralität durch Deutschland selbst neutralzu bleiben, enthielt Grey seinem Kabinett das in dieserGegenfrage liegende, von ihm alsbald abgelehnte Angebotvor, das der britischen Regierung die Sicherung der bel-gischen Neutralität um den Preis der eignen Neutralitätermöglicht hätte; ebenso wie er dem Kabinett das deutscheAngebot vorenthielt, gegen Zusicherung der NeutralitätEnglands von jedem Angriff auf die atlantische Küsteund Schiffahrt Frankreichs abzusehen und die IntegritätFrankreichs und seiner Kolonien zu gewährleisten*.
• Vgl. die Anfrage Keir Hardies im Unterhaus am 27. August 1914.C22