Der Ausbruch des Weltkrieges
Russen eine Frist gegeben. Alles sei umsonst gewesen.Dreimal habe er die Feder wieder aus der Hand gelegt,ehe er die Mobilmachungsorder unterschrieben habe. DieVerantwortung für das eigene Volk habe ihm schließlichkeine andere Wahl gelassen. Jetzt stehe unser Schicksalin Gottes Hand.
In derselben Unterhaltung sprach sich der Kaiser darüberaus, wie er sich die künftige Gestaltung der Dinge denke,wenn uns der Sieg beschieden sei. Das Wichtigste sei fürihn, daß aus dem Krieg der durch die gesunde Vernunftund die Natur der Dinge gebotene friedliche Zusammen-schluß der Völker des europäischen Kontinents hervor-gehe. Das sei bisher infolge des deutsch-französischenGegensatzes nicht möglich gewesen. Der Friede müsse sogeschlossen werden, daß dieses Ziel erreichbar werde. DieFranzosen seien stets eine ritterliche Nation mit einemhohen Ehrbegriff gewesen, vor der er stets Achtung gehabtund deren Versöhnung mit Deutschland er stets gewünschthabe. Er verstehe, daß es dieser Nation schwer gewordensei, sich der Entscheidung von 1870 ohne den Versuch einesneuen Appells an das Glück der Waffen zu fügen. Er hoffe,daß nach diesem Krieg auch der Franzose das Gefühlhaben werde, daß der Ehre Genüge geschehen sei und daßsich beim Friedensschluß die Grundlagen für ein freies undehrliches Zusammenwirken der beiden großen europäischenKulturvölker in Politik und Wirtschaft werden schaffenlassen.
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