Drittes Kapitel.
satzes möge man sich aussprechen, daß niemand, als das Volk, ingrößeren Teilen, das Recht habe, eine Verfassnng zu machen.Wie diese bei uns ausfallen werde, darüber sei kein Zweifel:Volksfreiheit! das sei der Wille aller, und der ungeschmälertenVolksfreiheit bringe er ein Hoch. (Hoch!) Er trage jetzt daraufan, abzustimmen über die Frage: Erkennt die Versammlung denGrundsatz an, daß allen einzelnen deutschen Staatsgebieten, welchebisher den deutschen Bund gebildet haben, das Recht zusteht, sichnach der politischen Ueberzeugung der Bewohner ihre Staats-verfassung selbst zu geben; daß für die Ausübung dieses Rechtsgewirkt und nur nach dieser Entscheidung die künftige Staats-verfassnng Deutschlands bestimmt werden soll; daß, abgesehen vondiesen auf selbständige Weise zu bildenden Staaten die Einheitder deutscheu Nation durch ein Volksparlament ohne Fürsten-kammer erzielt werden soll. — Dieser Antrag wurde mit enormerMajorität angenommen. Darauf wurde entschieden, daß ein neuesBürgerkomitee gewählt werden solle, und zwar nächsten Dienstaguud Mittwoch vermittelst auf dein Stadthanse abzugebenderStimmzettel. Endlich trat noch Metternich ans und verlangte,daß alle, welche hiermit gegen die von der Regierung dekretierteindirekte Wahl protestieren wollten, die Hände in die Höhe er-höben. Ein Wald von Händen flog nnter donnerndem Geschrei indie Höhe, einstimmig war der Protest ausgesprochen. — DieseVolksversammlung, in der eine nie gesehene Ordnung und Weiheherrschte, und welche sich so entschieden aussprach, wird großeFrüchte tragen; sie wird anfeuernd wirken auf die Gesinnungenaller unserer Nachbarn, und mehr als Gesinnungen brauchen wirnicht. Keine Waffeu sind nötig, nur Köpfe; laßt alle erklären:wir wollen frei sein, und wir sind frei! Die Regierung wirderfahren, daß sie uns nicht mit schönen Redensarten beherrschenkann. Ans das Wahlgesetz werden wir antworten — mit einemKomitee von entschiedenen, intelligenten, wahrhaft freien Männernd. h. von Republikaner ». Und uuu Dienstag nnd Mittwoch zurWahl! Jeder Mann an seine Pflicht!"
So hatte ich meinen ersten Sieg erfochten. Ich war nichtmit dem entschiedenen Vorsatz, das Wort zu nehmen, in die Ver-sammlung gegangen, aber doch mit dem Gedanken, daß ich dazuwürde genötigt sein, einzugreifen. Im richtigen Moment griffich zu. Nur wenigen war ich von Person bekannt; eine größereZahl hatte, seitdem ich mit meinem Namen in der Zeitungfigurierte und die Sprache derselben Aufsehen erregte, von mirgehört. Im großen Ganzen war ich ein unbekannter junger