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achtundvierzig kein Stimmrecht. Diese Achtundvierzig könnten ebenso gut für alle Zwecke constitutioneller Regierung, so weit sieunmittelbar interessirt sind — diese Achtundvierzig könnten*"eben sogut in Russland leben, wo es keine auf einem Wahlsystem be-ruhende Regierung giebt, oder in jenen andern Ländern, deren Zahlnun in der That sehr gering ist, in denen Parlamente und Volks-vertretungen unbekannt sind. Wenn es eine Thatsache ist, dassnur sechszehn Menschen in jedem Hundert Stimmrecht haben, soist es auch eine Thatsache. dass diese sechszehn so vertheilt und sogeordnet sind, dass ihr Wahlrecht in Wirklichkeit beinahe völligvernichtet ist. Wenn die Wähler ehrlich auf alle Parlamentsmit-glieder vertheilt würden, so würden beinahe 2000 Wähler auf jedesParlamentsmitglied kommen; welches aber ist der Zustand der Dinge?Er ist der, dass ein Drittel des Unterhauses oder 220 Mitglieder,factisch durch 70000 Stimmen erwählt werden, — d. h. dass 220 Mit-glieder des Unterhauses durch eine Anzahl über das Land zerstreuteMenschen erwählt werden, die beinahe um die Hälfte weniger alsdie Zahl der erwachsenen Männer in der Stadt Glasgow allein be-tragen. Und weiter, die Hälfte des Unterhauses ist gewählt durchungefähr 180,000 Wähler, dem siebenten Theile nur der ganzenWählerzahl und sehr viel weniger als die Anzahl Männer in denStädten Edinburgh und Glasgow . Und wenn wir zu dem grossenEreigniss kommen, welches so viel Interesse erregt, welches aber inder Regel von so geringer Bedeutung ist, — eine allgemeine Wahl,
— so finden wir, wenn ich nicht irre, dass nicht mehr als xo unter100, nicht mehr als zehn Percent der ganzen erwachsenen männlichenBevölkerung des Vereinigten Königreichs jemals zur Abstimmungkommen und bei der Wahl für ein neues Parlament ihre Stimmeabgeben.
Was eine allgemeine Wahl angeht, so lesen Manche von euchund wissen Viele von euch etwas von den Kosten und den Beste-chungen bei einer allgemeinen Wahl. Ich will euch einen Fall undeinen Beleg davon geben. Es war allezeit meine Meinung, dass esdie Pflicht der Regierung Lord Russel’s nach der Niederlage ihrerReformbill in der letzten Session gewesen wäre, das Parlament auf-zulösen. Ich habe keinen Grund die Versicherung nicht zu glauben•dass Lord Rüssel selbst dieser Meinung war. Allein eine allgemeineWahl war eine Last, welche die Parlamentsmitglieder nicht tragenwollte;!. Ich sprach mit einem Mitgliede der Regierung über dieseFrage zur Zeit, als eben die Resignation der vorigen Regierung derKönigin unterbreitet werden sollte, und ich sagte ihm, dass ich dafürhalte, die richtige Politik, die constitutionelle Politik der Regierung seies, das Parlament aufzulösen. EinTheil seiner Antwort war Folgendes:
— Ein Mitglied, das auf unserer Seite des Hauses sitzt, habe mitihm darüber gesprochen. Es sagte: „Meine Wahl hat"mich schon,£ 9000 gekostet“ — und es fügte hinzu „Ich habe ausser-