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jedenfalls von den Klassenvorurtheilen frei sein, welche das jetzigeUnterhaus beherrschen. Es würde frei sein von der überschattendenGegenwart dessen, was man edle Familien nennt. Es würde grossenLandeigenthümern keine Treue schulden, und ich hoffe, es würdeweniger Männer unter sich zählen, welche durch Eintritt ins Parla-ment ihren eignen Gewinn suchen.
Bei dem Parlamente, welches wir jetzt haben und welches wirgehabt haben, gelten Thatsachen und Argumente wenig. Nehmtdie Frage, die ich erwähnt habe, die das Angebot vom Brod demVolk zu beschränken. Das Korngesetz stand einunddreissig Jahre-lang im Gesetzbuch — sechszehn Jahre vor der Reformbill und fünf-zehn Jahre nach Annahme derselben — aber vom ersten Augen-blick seines Erlasses bis zur Stunde seiner Vernichtung waren diedagegen sprechenden Thatsachen gleich klar und gleich schlagend.Sie wollten nicht überzeugt werden, und wenn Einer von den Tod-ten auferstände, und das, was sie schliesslich überzeugte war die Ent-stehung einer grossen Hungersnoth in Irland , welche Hunderte undTausende von Bürgern des Landes vernichtete und ausser Landstrieb. Ich behaupte mit der vollsten Ueberzeugung, dass das Unter-haus, wie es jetzt Grafschaften und Marktflecken, wie ich sie be-schrieben habe, vertritt, nicht die Intelligenz und Gerechtigkeit derNation, sondern die Vorurtheile, die Privilegien und den Egoismus-einer Classe vertritt*).
Welches aber sind die Resultate dieses Systems der Gesetz-gebung? Einige derselben wurden in dieser Adresse berührt, welcheso freundlich mir überreicht wurde. Ihr erwähnt der Gesetze überGrundeigenthum. Seid ihr bekannt mit einer Thatsache, welche ichunlängst in einer Abhandlung über diesen Gegenstand constatirtfand, — dass die Hälfte des Grund und Bodens von England imBesitze ist von weniger als hundertundfünfzig Menschen? Seid ihrbekannt mit der Thatsache , dass die Hälfte des Grund und Bodens-in Schottland im Besitze ist von nicht mehr als zehn oder zwölfMenschen? Seid ihr bekannt mit der Thatsache, dass das Mono-pol in Land im Vereinigten Königreich stetig mehr und mehr zu-nimmt? Und das Resultat hiervon ist dies — die allmälige Aus-rottung der Mittelklasse als Landeigenthümer und die stetige Ver-schlechterung der Lage der Bodenbebauer. Nehmt eine Frage, vonder viele schottischen Pächter etwas wissen, — nehmt die ewige Be-schwerde über die Wildgesetze. Im Unterhause kann diese Fragekaum discutirt werden. Das Interesse der Grundeigenthümer tram-pelt, wie kürzlich in der Debatte über die Rinderpest, Regierungund Mitglieder für Städte, Jeden und Jedes nieder, was seinen Neigungenin die Quere kommt. Nehmt die allgemeine, leider, muss ich sagen, zu
*) S. a. a. O.