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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Die schwäbische Defcnsionsschrift.

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92500 fl. weniger. Verkauft nun die Handlung in diesem Zeiträume^ für den vollen, ^4 für den halben Preis, ^ für ein Viertel und1,4 für ein Achtel des Preises, so nimmt sie 43359 fl. 22 kr. ein, eserscheint also ein lueium esssans von 43000 fl., um das der Reichs-buchhändler durch die kontanten Handlungen gebracht wird.Wennes so fortgeht, so wird sich der Buchhandel hier aussen in wenigJahren halb in contant Sortiment und halb in Tausch-Gut theilen; undlängstens in 10 Jahren wird er zu ^theln oder ^/ztheln in contcmtenund zu ^theln oder ^ zthel in Tausch-Gute bestehen." Natürlich fällt,wenn 2/5 (nicht wie oben bloß ^/z) kontante Artikel angenommen werden,die obige Rechnung noch viel schlimmer aus man mag aber über-haupt Berechnungen anstellen und Proportionen annehmen, wie man will:man wird immer entdecken, daßdie Auswärtigen eine Art von Lottoerfunden haben, wo immer der Vortheil auf die Seite des Unternehmers,und der Nachtheil auf die Seite des Spielenden fällt"; und die meistenSortimcutshandlungen werden zu Grunde gehen müssen und nur einigesich erhalten können.Bielleicht ist diese Hoffnung gar eine Ursache,warum einige Handlungen hier außen so sehr die Parthey der coutantcnnehmen."

Wie stellt sich nun erst die Lage des Rcichsbuchhandels dar, wennsich dazu noch die Forderung unerhört hoher Preise gesellt! Um auchdas darzulegen, berechnet Eckebrccht die Unkosten des Verlegers bei einerAuflage von 1500 Exemplaren; die Aufstellung ist tendenziös gefärbtund macht so auch gegen die vorige um so mißtrauischer. Nach denFundationsgesctzcn der Dessauer Gclehrtenbuchhandlung, denen esdoch sehr darauf aukommen mußte, die Herstellungskosten möglichst niedriguud die Honorare möglichst klüglich darzustellen, kostete im Durchschnittein Bogen Satz und tausendmal abgedruckt 3 Thaler, der Ballen Papier12 Thaler, und das Honorar beträgt bei einem vermuteten Absatz von500, 750, 1000 oder 2000 Bogen 2^, 3, 5 oder 10 Thaler proDruckbogen. Eckebrecht setzt die Kosten für einen Bogen Satz undtausendmal gedruckt mit 2 Thalern, für einen Ballen Papier mit 10Thalern und das Honorar pro Druckbogen mit 2^/2 Thalern an. Er ge-winnt auf diese Weise das Ergebnis, daß die Leipziger und GöttingerVerleger, während herkömmlich der Ladenpreis das Vierfache der Un-kosten betragen habe, ihre Bücher dem Publikum um das Sechssache