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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Nachteilige Folgen des Nachdrucks. Nachdruck und Wucherpreis.

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theucr, weil sie nachgedruckt werden, und sie werden nachgedruckt, weilsie theucr sind".^ Daß die deutsche Originallittcratur sehr teuer war,darüber jedenfalls war man sich einig. Wir besinnen uns, daß Deutsch-land in das Zeitalter Klopstocks und Gcllerts eintrat mit einem durch-schnittlichen Oktavbogenpreise von 3^ Pfennig. Ein Preis von 7 Pfennigwar der Durchschnitt für die über das allgemeine Niveau sich erhebendeteuerste Littcratur. Diese Preislage hielt sich im ganzen bis zu denZeiten des Siebenjährigen Krieges.^ Dann aber stieg das Preis-niveau rasch sogar über jenen isolierten Hochgipfcl der alten Zeit hinweg.In der Mitte der siebziger Jahre mußte selbst die Canstcinbibel ihrePreise erhöhen, und es geschah mit der Begründung, daß alle andernBücher jetzt noch einmal, ja zweimal so teuer seien alsvor sechzigJahren".^ Das würde einen Bogenpreis etwa von 7 bis 10 Pf.bedeuten; nach Gädicke war zu Beginn des 19. Jahrhunderts die all-gemeine Norm für den Ordinärprcis in der zweiten Hälfte des 18. Jahr-hunderts 1 Groschen (12 Pf.) pro Bogen. ^ Diese Angaben zeichnen imganzen richtig die Stufeu, auf denen der Bogenpreis emporschritt, und dieletzte ist sogar noch zu niedrig. Eine Anzahl Reichscher Verlagsartikclverschiedener Gattung ergibt einen Durchschnittsbogcnpreis von 10 Pf.Angaben aus den Jahren 1778 bis 1795 bezeichnen als den durch-schnittlichen Bogenpreis ihrer Zeit einen solchen von 1 Groschen.^Früher, sagt das Deutsche Museum im Jahre 1783, kostete der Bogen4 Pf., jetzt ist er nicht teuer, wenn er 1 Groschen kostet.^"" In derThat: als im Jahre 1802 die deutschen Buchhändler sich zu Erwägungenüber eine allgemeine Reform des Buchhandels zusammenfanden, da er-schien nun derhohe" Bogenpreis von einem Groschen als der Preisauf den der deutsche Bücherpreis wieder zurückzuschraubeu sei. Die Ge-brüder Hahn in Zweibrücken stellten als zu erstrebendes Ziel einePreisordnung mit folgenden Sätzen aus:

1 Bogen Klcinoktav auf Druckpapier Groscheu 10 Pfennig1 Schreibpapier 1

1 Großoktav Druckpapier 11 Schreibpapier 1 6

Fast genau dieselben Sätze zeigt der noch ausführlichere Vorschlag vonBeygang in Leipzig , nur daß er hier und da um einen Pfennig niedrigerist; er berechnet, daß wenn man den Bogen Kleinoktav durchgchends für1 Groschen verkaufe, während er jetzt für 1518 Pf. verkauft werde,