Mücken „der Einzige". Allerlei Maßregeln zum Schutz gegen den Nachdruck. 105
bei keine viel andere, als daß dem betreffenden 'Nachdruck die Frank-furter Meßfreiheit nicht zu statten kam; es hatte unmittelbare Geltungnur für Frankfurt und einige im Besitze des Kaisers selbst befindlichekleinere Lande in Oberdeutschland."" Der Prozeßwcg beim Reichshofratwar wenig erfreulich, und auch wenn er schließlich zum Ziele führte, trotzdemwenig erfolgreich: der Nachdruckcr hatte inzwischen ganz Deutschland mitseinem Raube überschwemmt, und der Sieger hatte noch sein Lager voüV"Jnterzessionsschreiben der Regierungen, namentlich politisch bedeutenderStaaten, waren besonders innerhalb Norddeutschlands wohl stets, häufigaber auch im Verhältnis von Nord- zu Süddeutschland von Erfolg, und selbstMagistrate wie die von Reutlingen haben Gesuchen norddeutscher Verlegerunmittelbar Gehör gegeben. Wie sich aber im allgemeinen die Behörden Süd-deutschlands verhielten, das ist im vorigen genugsam angedeutet. Kollek-tiveingaben norddeutscher Buchhändler — so, auf Veranlassung Reichs, imJahre 1779 eine Eingabe von 41 Buchhändlern aus Leipzig, Berlin , Halleund Güttingen an den Herzog von Württemberg — waren ohne Ersolg.
In den achtziger Jahren wurde den norddeutschen Verlegern vor-geschlagen, bei neuen Erscheinungen, von denen man breiteren Absatz ver-muten konnte, den obligaten Nachdruck für „Schwaben" lieber gleich selber zubesorgen.^ Der Vorschlag lies auf zwei schon immer angewandte Mittelhinaus: Preisherabsetzung und Veranstaltung einer gewöhnlichen Ausgabe(mit geringerein Papier und geringeren oder ganz fehlenden Kupfern undVignetten) neben der feineren und teureren. Die Ankündigungen vonPreisherabsetzungen seitens norddeutscher, auch großer süddeutscher Ver-leger, wie Cottas, wegen drohenden oder bereits veranstalteten süddeutschenNachdrucks sind in den Blättern des letzten Drittels des 18. Jahrhundertsüberaus häufig. Wer noch vorsichtiger war, Wartetete nicht erst bisdahin, sondern ging, um dem fast unvermeidlichen Nachdruck zu entgehen,damit vor, sobald sich überhaupt der Absatz gut anließ. Als solche klugeHauöhalter wurden z. B. in den achtziger Jahren Lübeck in Bayreuth ,der einen allzu gut gehenden „Historischen Kalender" aus lauter Angst für1^2 Pfennig den Bogen verkaufte, oder Ahl in Koburg gerühmt, der indem gleichen Falle den Preis eines Werkes ebenfalls so weit herabsetzte, daßder dann erscheinende Nachdruck ihn in der That nicht mehr unterbietenkonnte. Es war das um so empfehlenswerter, als die nachherige Preis-herabsetzung selbst von Wohlmeinenden und Kundigen widerraten wurde."4