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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Reich und Wielcmd, Richtung gegen die wachsende Bedeutung des Honorars. 121

L'sst deauevup, exesssivsment. deaueoup sn ^.Usma.Zns, setzt erhinzu; es ns ssrait rieu g. I^onckres. Für das letzte vor Reichs Todein der Weidmannschen Handlung verlegte Werk, den Lucian, erhieltWielcmd 15 Thaler 10 gr. pro Bogen, und nach Reichs Tode wurdeder Satz auf Wielands Forderung hin auf 16 Thaler 12 gr. (rund120 M.) erhöht. Wieland hat von Reich überhaupt rund 6700 Thalerbezogen, eine Summe, von der allein er mit seiner Familie ein gutesJahrzehnt lang vollständig hätte existieren können. Die WiclandschenHonorare aber standen zu den Honoraren, die Reich an andere hervor-ragende Autoren seines Verlags zahlte, nicht außer Verhältnis.^

So hatte das Honorar im Brennpunkte der neuen Entwicklungallerdings eine außerordentliche Steigerung erfahren, und auch außerhalbLeipzigs wurden den Rcichschen wenigstens ähnliche Honorare gezahlt.^Und was brachten Beiträge zu den vornehmen Almanachcn ein, wie siein den siebziger Jahren Mode wurden! Dieterich in Göttingen zahlte20 Rthlr. für den Bogen.^ Wehklagten früher höchstens die Verlegerüber zu hohe Ansprüche der Autoren, so ereiferten sich jetzt nicht seltendie Gelehrten selbst darüber. Die Menge der Schriftsteller, die Mengeder Bücher, die ungeheure Menge der schlechten Bücher schien die Folgevon nichts andern: als derunglücklichen Erfindung, mit den Wissen-schaften Gcldwucher zu treiben"; von Tag zu Tag wuchsen die Hono-rare und damit die Zahl der Bücherfabrikantcn und die Höhe derBücherpreise; verhängnisvolleMode, sich isolirt hinzusezen, und schrift-stellerisch zu faullenzen, höchstens nebenher etwas unmittelbar für denStaat zu thun"! Einst war es umgekehrt!^ Eigentlich, so hieß essogar, solle der Autor überhaupt kein Honorar nehmen, das Bücher-schrcibcn sei einmal kein Broterwerb, solle es vielmehr nicht sein.^ Eswar eine aus einer altern, nun schwindenden Zeit anderer Stellung undAuffassung des Schriftstellers und seines Berufes und anderer Art seinerschriftstellerischen Einkünfte (durch Bücher und mittels Dedikation) stam-mende Ausfassung, die noch weit verbreitet war.^"

Solche Honorare erhielten natürlich nur gut eingeführte namhafteAutoren, und zwar besonders auf dem Gebiete derschönwisscnschaft-lichcn" Litteratur, wenn sie auch den Verlegern selbst der besten MännerDeutschlands zuweilen recht schwer aus der Tasche gingen; Hartknochfand 1784 2 Carolin (12^ Rthlr.) für HerdersIdeen zur Philo-