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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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236 4. Kapitel: Der Durchbruch der neuzeitlichen Organisation.

nicht unbedeutend; Privatkunden hatte er aber nur zwei (die fürstlicheBibliothek in Rudolstadt und den Historiker Anton). Nur LeipzigerArtikel legten auch die Leipziger Kommissionäre nicht auf Lager. ^

Und so war durch die Verbindung von Konditions- und Kom-missionsgeschäft, wie wir sie oben durch jenen Dortmunder Buchhändlerpräzisieren hörten, in der That eine auf das beste wirksame Organi-sation geschaffen. Zeichnen wir ^ihre Leistungskraft, zugleich damit anihren weiten Umfang erinnernd, abschließend durch die Notiz in einemKataloge der Universitütsbuchhandlung zu Wilna vom Jahre 1805:Naiseomme ausourämü 1'eteuäue immens« äs xlusieurs dranenes c>e 1s,litteraturs äans Iss ciiMrens iäiomes, ie renä imxossidle, cis reunirUV Assortiment äs livres eomxlet g. Wut e^arä, 1a lidrairis aca-äslnic^us, xour rerniüier, autaut tiu'il est en eile, a eet ineon-venient, «'enAgZe ä kaiie veuir tout ouvrgZe c^ui ne se trouveroitMS äans ses eataloZues aussitöt qu'on 1e lui <teman<1eroit."^°^

Natürlich fehlte es auch nicht an Klagen über mangelhafte Wirk-samkeit dieses großen, von den Leipziger Buchhändlern in Gang erhaltenenRäderwerks. Man beschwerte sich über die üble Gewohnheit der Kom-missionäre, auf den Auslieferungszetteln resp. -listen fremder Handlungenkeine Preise zu vermerken.^ Man spottete, daß die Leipziger Groß-verleger das Kommissionsgeschäft als Altersversorgung für ihre Dienerbehandelten."" Man sprach ungeduldig von demgewöhnlichen Schlen-drian der Leipziger Kommissionäre"/" Im Juni 1799 erklärte einAuswärtiger entrüstet: er habe, da er die Ostermesse nicht persönlichhabe besuchen können, seinem Kommissionär Iaußer einer allgemeinenVorschrift auch die speziellere Auswahl der Neuigkeiten überlassen", derhabe sie aber er wisse nicht, ob durch einen Diener oder Lehrling,dermaßen besorgt, namentlich so viele mit neuer Titelfarbe übertünchtealte Ware geschickt, daß er seine Meßgcschäfte nie wieder aus solche Weisebesorgen lassen werde.Solche und andere Klagen sind damals inviel dichterm Hagel auf die Leipziger Kommissionäre hernicdergeprasselt,als wir heute im einzelnen noch nachweisen Ikönnen. Das sieht mandeutlich daran, daß endlich im Jahre 1801 der Leipziger Kommissionäran gewiesener Stelle, imAllgemeinen' literarischen Anzeiger", sich ihrerzu erwehren suchte. Man möge bedenken, heißt es da, daß im LeipzigerBuchhandeleigene Kommissions- und Speditionsgeschäfte" zusammen-