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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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Leipziger Kommissionsgeschäft: Spesen, Großsortiment.

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an wen Sie befehlen") halbjährlich 1 Louisdor;was die Michael McßeVerrichtung wo Sie nicht kommen anlangt bezahlen Sie mir ttpart uni>wie viel daß laß ich Dieselben nach Dero eigen gut düncken über".Crmner nahm nur das letztere Anerbieten an; für die Verrichtung außerder Messe blieb Junius sein Kommissionär,^ Die Bewegung gegenden Umweg über den Leipziger Kommissionär und zu Gunsten des direktenVerkehrs wurde aber von dem breiten Strome der kommissionsgeschäft-lichen Entwicklung vollkommen erdrückt, und daß noch nicht sämtlichean die Leipziger Messe angeschlossenen Handlungen auslieferten und zwarunmittelbar durch den dazu bevollmächtigten Kommissionär, wurde vonNord- und Süddeutschen als eins der schwersten Hemmnisse des buch-hcindlcrischen Verkehrs bezeichnet und die Abstellung des Mißstands aufsdringendste gefordert.^

Allerdings wurde den nachteiligen Folgen dieses Mißstandes durcheine weitere, freilich nicht zum Kommissionsgeschäft als solchem gehörige,damals aber aufs festeste mit ihm verbundene Seite der Kommissionär-thätigkeit entgegengewirkt: der damalige Kommissionär war zugleich Groß-sortimentcr. Als verbiudendes Glied zwischen der reinen Kommissionär-uno dieser Großsortimentcrstellung können solche Circularc dienen, indenen auswärtige Kommittenten mitteilen, sie würden künftig außer denMessen in Leipzig nichts mehr ausliefern lassen, dagegen ihrem Kom-missionär eine Anzahl der gangbarsten Artikel für dessen eigene Rechnungzurücklassen, die so zwischen den Messen bei diesen allein zu bekommenseien.^ Nicht aber, als wenn die Lieferung des Kommissionärs aufeigene Rechnung nur diese Grundlage gehabt hätte. Der Kommissionärhatte sein eigenes Lager, das aus denselben Voraussetzungen hervor-gegangen war, wie die Lager jedes andern Buchhändlers; und er benutzteseine Stellung, um es als Auslieferungslager auf der Höhe zu halten.Er bot dem Buchhändler damit den Vorteil, jedes Buch, auch das vomVerleger entweder nicht in Leipzig vorrätig gehaltene oder, weil er mitder Handlung nicht in Rechnung stand, ihm schwer zugängliche, ausLeipzig beziehen zu können. Böhme, der Lchrherr des jungen Perthes,Ende 18. Jahrhunderts, hatte in seinem drei große Räume erfüllendenLager kostbare alte Werke, legte von den Neuerscheinungen alle die, dieer im Laufe des Erscheinungsjahres zwei- bis dreimal abgesetzt hatte,auf Lager und sorgte für dessen stete Ergänzung. Sein Verlag war