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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
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ZZ8 4. Kapitel: Der Durchbruch der neuzeitlichen Organisation.

verteilte Einzelgcschäfte zerschlagen wurde, so »erwickelt, daß sich zwischenAbrechnung und Rechnungsschluß ganz naturgemäß eine mehrmonatlichcFrist einschob: der Rechnuugsschluß wurde der Schluß des Kalender-jahres, Rechnungsjahr und Kalenderjahr fielen zusammen. Pütter gibtim Jahre 1774 noch die Ostermesse als allgemeinen Termin des Rech-nungsabschlusses an "5; RößigsBuchhandelsrccht", 1804, kennt alsallgemeine Rechnungszcit nur noch die Zeit vom 1. Januar bis zumZI. Dezember."6 Daß uns Circularc, die die Einführung der neuenJahresrechnung ankündigen, erst aus den letzten neunziger Jahren vor-liegen, beruht gewiß auf der Zufälligkeit der Erhaltung solcher leichtvcrwehbarer Blätter; freilich sind sie zum Teil in einem Tone gehalten,der die Einrichtung als eine noch recht neue erscheinen läßt.Nach demBeispiele mehrerer Buchhandlungen werde ich sämmtlichc Rechnungenmit Ende des Jahres schließen", teilt die Hempclschc Buchhandlung inJena unterm 15. Februar 1799 mit. Und bis ins 19. Jahrhunderthinein hielten manche Buchhandlungen am alten Ostcrrechnungsabschlußfest.Allein auch die untrügliche Quelle desAllgemeinen literarischenAnzeigers" sagt im September 1799, daß dergrößte Thcil" der Buch-händler seine Bücher von Reujahr an auf neue Rechnung gebe."6 DieserGebrauch der neuen Rechnung war mit der Natur des Konditionsbezugs,der eine längere Absatzprobczeit des Buchs zur Voraussetzung hatte, not-wendig gegeben. Ein Circular von Heinrich Blothe in Osnabrück ,Januar 1803, gibt folgendeGeschäftsordnung. 1. Werden nach dembisher eingeführten Gebrauch mit dem letzten December die Conto's imBuche abgeschlossen, und die neuen mit dem ersten Januar angefangen.2. Alles, was im alten Jahr abgeschickt worden ist, kommt auf alteRechnung". Die Leipziger unter sich schlössen mit Ende November abund saldierten Anfang Januar. Mit der Änderung des Rechnungs-jahrs kam der ständige Gebrauch der Zusendung eines Rechnungsauszugsvon Hause aus an den Kommissionär auf; solange die Rechnung erstmit oder kurz vor Beginn der Ostermesse geschlossen wurde, war dasnoch nicht wohl möglich gewesen, und die Regelung hatte ganz der per-sönlichen Abrechnung vorbehalten bleiben müssen. Dem Rechnungsauszugschoben sich wiederum die Transporte, die man sich mit jeder zwischen-den Messen abgelassenen Sendung, und der Haupttransport, den mansich zu Neujahr gegenseitig zusandte, vor. Ein Circular von Joh. Friedr.