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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Kalender.

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beflecknng ausgeschweift haben" (3 Teile, um das Jahr 1800 wurde die8. vermehrte und verbesserte Auflage angekündigt)^ u. s. w^ ImJahre 1798 erschien der zweite Band; damals waren vom ersten Bande150000 Exemplare abgesetzt. Im Jahre 1811 schreibt Becker, daßeine Million Exemplare gedruckt worden seien und das Buch ins Un-garische und andere Sprachen übersetzt sei.

Wilhelm Fleischer schildert mit herzlicher Anteilnahme den Segensolcher neu aufsprießender Voltslitteratur. Woher in diesem, in jenemDorfe die gefälligen, freundlichen und arbeitsamen Leute, die gesundenKinder, die ausgebesserten Häuser und Ställe, die Sauberkeit und Ord-nung in Stall und Hof, die tolerante Gesinnung? DasNoth- undHülfsbüchlcin" ist hier eingeführt; Sonntags nach der Kirche liest derSchulmeister dieDeutsche Zeitung" und denThüringer Boten" vor,und für den langen Winterabend gibt er dann und wann ein Buch nachHause; die Kinder werden vom Pfarrer unterrichtet nach I. S. DiterichsUnterweisung zur Glückseligkeit nach der Lehre Jesu" (Berlin , Nicolai),und der Gutsherr hat jedem von ihnen RochowsKindcrfreund" ge-schenkt.^ ZK ist aber selbstverständlich, daß solche Schriften die altenloschpapiercnen Bolksschriftcn nicht verdrängten. Nicmcycr^ meinte1802, sie seien zu selten, zu unbekannt und zu teuer; als vorbildlichnannte er: Zcrrcuncrs Volksbuch, Ewalds Lesebuch für Landschulen,Beckers Noth- und HülfSbüchlein, Jungs Volkslchrer, Schlez' Volks-lchrcr, Fröbings Volkslchrer. Aber die von ihm angeführten Gründewaren natürlich nicht dic einzigen; jene Schriften giugcn bei aller gutenAbsicht uud gerade deshalb zu unmittelbar zu Wege, und den Quellaller Religion und Poesie: das Wunderbare, hörte man in ihnen nichtrauschen.

. Von den Kalendern kommen hier dieordinären", nicht diefeinen"in Betracht. In Preußen gab es im Jahre 1795 fünf feine Kalender:den Genealogischen (mit oder ohne Kupfer), den Historisch-genealogischen(deutsch und französisch), den Genealogischen zur sittliche» und ange-nehmen Unterhaltung, den Genealogischen und Postkalcndcr, den KleinenEtuis-Kaleudcr (deutsch und französisch, mit oder ohne Kupfer); undsieben ordinäre: den Vollständigen Haushaltungs-, Gartcu- uud Ge-schichtskalendcr, den Haushaltungs- und historisch-geographischen, denKalender für den Bürger und Landmanu, den Verbesserten, den Großen

Geschichte des Deutschen Buchhandels. III. 19