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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Kompilation.

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Wenn wir, um an einer zeitgenössischen Privatbibliothek die Übcrsctzungs-produktion des deutschen Verlagsbuchhandels zu messen, erstens den aus-ländischen Verlag nicht berücksichtigen und zweitens im deutschen Verlagdie Übersetzungen aus den toten Sprachen, sowie die GruppeKlassischeLitteratur und Altertumskunde" (108 von den 113 Bänden sind Klassiker-ausgaben) außer Rechnung stellen, so behalten wir: deutscher Originalverlag1365, in Deutschland erschienene Übersetzungen aus lebenden Sprachen217, zusammen 1582 Bände, wovon also die Übersetzungen 13,?"/gbetragen.

Ein anderes beliebtes Mittel gewerbsmäßiger Bücherproduktion wardas, aus alten Büchern neue zu machen. Neben dem Geiste der Über-setzung herrschte der Geist der Kompilation, hervorgehend aus denselbenUrsachen, kennzeichnend für dieselben Eigenschaften des Publikums, desSchriftstellers, des Verlegers, der Geist der Znsammcn-, der Aus-, derAbschreibern, in deren niederster Gestaltung Plagiat und Nachdruck sichoft kaum noch unterscheiden läßt. Drastisch schildert das akademischeKompendienwcsen die öfters erwähnteGelehrten-Versteigerung":

Ausrufer. Wer kauft einen Theologen, der aus 99 Kompendien das Hun-dertste macht?

Ein Univcrsitats-Buchhändler. Hat er applausum?Ausrufer. Frag ihu selbst!

Der UuiversitätsBuchhändlcr. Haben Ihr Hochwürdige MagnificenzÄpplausura?

Der Theologe. Da sind meine Kollcgicnzcttcl, nnd mein Famulus verstehtsich gut aufs Werbe».

Der Univcrsitäts-Buchhändlcr. Hundert Thaler!

Ausrufer. Gieb ihn hin, Merknr. Kannst wohl nicht mehr lösen.

Merkur. So schreib, Schreiber:Hundert Thaler für eiucu Theologen, derKompendien schreibt, und anderthalb hundert Zuhörer, auch eiuen Fa-mulus hat, der gut werben kann!"^

Graffe in Leipzig ließ sich sein Verlagsbuch, wir würden es heutewohl Album oder ähnlich nennen,Für Deutschlands edle Töchter" (1801)von einem Subrektor Earl Rose in Soest ausAmalims Erholungs-stunden", demEinsiedler aus den Alpen " und derEuphrosyne" zu-sammenschreiben, drei periodischen Schriften, die bei Cotta (Tübingen ),Orell (Zürich) und Rufs (Halle ) erschienen.^ Besonders herrschte dasGewerbe der Kompilation, der Abschreibern im geographisch-statistischen

Gebiete. Einmal in den überall beliebten eigentlichen Sammelwerken:

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