Typographische und technische Fortschritte; Göschen, Haas. ZZZ
erhalten, welcher zwanzig Jahre bei Namson (Ramsay) in London ge-arbeitet hat." Goschen hat diese kostbaren Ausgaben — Wieland bekamallein 10000 Rthlr. dabei, rund 75000 Mk. — nicht um des un-mittelbaren materiellen Gewinns willen unternommen, und es war ihmdazu Glück zu wünschen, denn die Enttäuschung würde sonst eine herbegewesen sein. Auf der Klopstockausgabc (Band 1—6: 47 Rthlr.) lasteten10000 Rthlr. Unkosten (davon Honorar 3000 Rthlr.), und der Absatzbetrug im ersten Jahre vierzig, in den nächsten Jahren durchschnittlichje sechs Exemplare, im Jahre 1803 ein Exemplar.^
Im Süden, in Basel , waren die beiden Wilhelm Haas^", Vater(1741-^1800) und Sohn (1766—1838), deren für die Geschichte be-deutende Thätigkcit etwa 1770 und 1786 beginnt, an der Arbeit. DieSchriftgießerei schon Haas d. Ä., eines Nürnberger Schriftschneider-sohncs, zählt mit unter die ersten Europas . Im Jahre 1772 erfander die sogenannte „Haassche Presse", von der man dann später teil-weise annahm, sie habe Stanhope zum Vorbild gedient: es war eineaus solider Eisenkonstruktion gegossene Presse, die dabei durch großeEinfachheit und Leichtigkeit ausgezeichnet war. Haas ließ die Spindeldurch ein oben bogenförmiges Gestell gehen, aus dem oben ihr Kopfhervorragte: in diesem war jetzt der Bengcl angebracht, und dazu dasandere Ende des Hebels mit einer Schwingkugcl verschen, so daß, währenddie alte Presse zwei Züge und die volle Kraft des Druckers dazu er-forderte, mit einem einzigen Zuge des Bcngcls eine ganze Form jederGröße abgedruckt werden konnte. Der Trieb der Verbesserung alter,der Erfindung neuer technischer Hilfsmittel, um der steigenden wirt-schaftlichen Bedürfnisse Herr zu werden, lag damals, in dem Zeit-alter, in dein in England die Spinnmaschine (1764), der Kettenstuhl(1767), der mechanische Webstuhl erfunden wurden (1785), in der Luft;freilich hatte er auch auf dem Gebiete des Buchgewerbes mit denSchwierigkeiten zu kämpfen, die Zunft- und Handarbeit den neuenWerkzeugen und ihrer Arbeit überall boten. In Gera erfand der Schlosser-meistcr Joh. Gottfr. Freytag 1777/78 eine neue Buchdruckerpresse; siehatte statt Schraube und Schwengel nur einen Tritt und war so un-gleich leichter in Bewegung zu setzen, bot besseres Oberlicht, beanspruchteeinen kleinern Raum, war in ihrer Einfachheit sehr dauerhaft undkonnte dabei leicht und schnell zusammengesetzt und auseinander ge-