Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
334
Einzelbild herunterladen
 

5. Kapitel: Der Büchermarkt.

nommen werden. Sie kostete in Gera 13 Louisdor, der Kasten, in demsie verschickt wurde, 3 Neichsthaler. Schon um das Jahr 1780 wurdesie zuerst von der Canstcinschen Bibcldruckcrei (die alsbald zwei weiterenachbestellte), ferner von Trattncr bei dem Kaiser Joseph sie versuchthaben soll und von Officinen in Berlin, Altona, Kopenhagen, Frank-furt a. M., Stuttgart und Erfurt angeschafft; der Widerstand der Ge-sellen aber gegen die bei der Verringerung und Beschleunigung derArbeit drohende Herabsetzung der Löhne verhinderte ihre größere Aus-breitung.^" Gegen Haas trat, als er seine Presse zum Buchdruckbenutzen wollte, als gegen einen Unzünftigen, das ganze Baseler Buch-gewerbe auf, und das Urteil vom Jahre 1774 entschied, daß er nur seineSchriftproben darauf drucken dürfe. Er half sich zuerst damit, daß er imJahre 1778 mit Joh. Jac. Thurneisen eine Gcschäftssocictät einging, diesich aber schon 1781 wieder auflöste; der Sohn aber war dann zunft-mäßig gelernter Buchdrucker (Wilhelm Haas der Sohn", seit 1786).Im Jahre 1775 verwirklichte auch er eine Idee, die in Leipzig Breitkopfbeschäftigte, die ihm aber vom Hofdiakon Preuschen in Karlsruhe mit-geteilt worden war, und die dieser alsTypomctrie" bezeichnete: denSatz von Landkarten aus beweglichen Typen und Zeichen; WilhelmHaas d. I. hat ihn dann wie auch die Haassche Presse ver-vollkommnet, allein der Erfindung konnte in einem Zeitalter, das denHolzschnitt wieder aufnahm, und in dem die Einführung des Stein-drucks vor der Thür stand, keine große Zukunft beschicken sein, und dieHaassche Presse blieb fast ganz auf die Schweiz beschränkt. Um so be-deutsamer war ihre Herstellung der ersten deutschen Papicrglüttmaschine;Bodoni selbst, dessen Maschine nur für halbe Bogen eingerichtet war,während die Haassche ganze Bogen glättete, ließ zahlreiche seiner Werkebei Haas glätten. Cotta stellte die beiden Haas, die in den Jahren1790/91 zu Mitgliedern der Berliner Akademie der Künste und mecha-nischen Wissenschaften erwählt wurden, als Schristschncider und Typo-graphen über eine Druckerei wie die Ungcrsche in Berlin und neben Göschen;er fand den bei Unger gedruckten Schillerschen Musenalmanachzwar sehrvorzüglich, aber doch keine Arbeit wie die von Haas in Basel " und schrieb,daß dergroße Künstler", wenn man ihm den Druck Schillcrscher Werkeanvertrauen werde,besonders wegen des Wetteifers mit Göschen dasMöglichste seiner Kunst und seiner Talente aufbieten" werde (1796).^'