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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Stereotypie, Lithographie.

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Neben den Arbeiten an der Verbesserung der Presse her gingenandere Erfindungen, die, zum Teil schon in älterer Zeit vorbereitet,ebenfalls erst im 19. Jahrhundert zur Blute kommen sollten: Stereotypieund Lithographie. In Frankfurt a. M. hatte schon im Jahre 1736 dieEifersucht der dortigen Buchdruckcrgesellschaft die Entwickeluug der Ste-reotypie unterdrückt: die Brüder Groot, Hofbuchdruckcr iu Neuwied undin Offenbach , hatten damals Stereotypplatten aus einer neuen Zinn-mischung hergestellt und erbaten vom Rate zu Frankfurt die Erlaubnis,die Bibel und andere keiner Veränderung unterworfene Bücher um denhalben Preis herstellen zu dürfen. Sie gaben die Herstellungskosten derPlatten für die ganze Bibel auf 1600 Gulden und ihre Leistungsfähig-keit auf 3400000 Exemplare an. Die Bnchdruckergcsellschaft erklärte,ein Metall, das einen reinen, sofort zum Drucke fertigen Guß lieferte,gäbe es nicht; die von den Brüdern Grootangemaßte Invention" seiuralt, denn auf die Gedanken derAbgießung ganzer Formen, Seitenund Wörter" seien schon die Erfinder der Buchdruckcrkunst gefallen; dieneuerdings vom kurpfülzischcn Premierminister Saltzingcr und vomHallcschen Waisenhaus gemachten Versuche hätten sich beide als vergeblicherwiesen, das Waisenhaus drucke die Oktav- uud Duodezbibcl jetzt wiedervom Lctternsatz; die Leistungsfähigkeit der Platten sei übrigens höchstensdie von 1220000 Exemplaren.^ Mannigfache besonders im Aus-land unternommene Versuche gingen dem schon vorher: von Joh. Müllerund L. van der May, beide in Lehden, um 1700, Fcnncr und Jamesin Loudon und Ged in Edinburg um 1730. Indessen liefen alle dieseVersuche noch daraus hinaus, den Schriftsatz selbst auf der Unterseitezusammcnzulöten. Ein bestimmtes Zeugnis über die Anwendung einergegossenen Matrize der ganzen Seite liegt jedenfalls erst aus demJahre 1769 vor und stammt von dein preußischen Gencralfiskal Geh. Ratd'Aniercs, der uns in ganz andern Zusammenhängen schon begegnet ist.Er wurde angeregt durch den uns bekannten Vorgang des HalleschcnWaisenhauses, wollte aber über den stehenden Satz mit vollen Typenhinaus. Die Methode sei sehr einfach, schreibt er darüber; sie bestehedarin, eine in gewöhnlicher Weise mit beweglichen Typen gesetzte Seitezu nehmen, xrsnclrs l'swxi einte de estte ruasse cie eaiÄeteies,soit eu ou KU tsri'ö ai^iUsuse ^Thoncrde^ ou kneors en

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