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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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5. Kapitel: Der Büchermarkt.

SN lllöwl, IlttiueUs 861'vii'g. til'öi' 1öL sxöluxltliiss . . . ^.vse lktemxs ou pourroit Lteuciis 1'utilitö äs estts wauipulalion suxliciUÄnt aux plaueuss Zravsss; . . . cl'g.xi'68 cstts wötüväe on vour-roit, en'spreuve^ t-iisi- 100,000 eMlswönd dsllss". Dann wissenwir von dem Schlettstädter Aintmann Franz Jgnaz Joseph Hoffmann, daßer in den 1780er Jahren Platten in eine Art Porzellanerde goß. Für diePraxis erobert wurde das neue Verfahren zuerst von Finnin Didot inParis (1795 Callcts Logarithmentafeln; Patent 26. Dezember 1797) unddem Pariser Schriftgicßcr und Buchdrucker Herhan, dann aber in derWeise, in der es sich auch in Deutschland verbreiten sollte, vervollkommnetvon Stanhope, 1804. Und gleichzeitig, die Hohe bezeichnend, die das Zeit-alter in seinen ersten Pionieren auch hier erreicht hatte, und von der es inneue, größere Fernen blickte, regte es sich allerorten in Deutschland : imJahre 1805 traten z. B. in Basel Wilhelm Haas, in München derKurpfalz -Bayrischc Geh. Staatsarchivar Vincenz von Pallhausen und derHolzschneider Thomas Neuer, in Berlin der Kommissionsrat I. Chr.Gndickc mit Stereotypvcrsuchcn hervor.^ Nach Didots Beispiel stellte inWien Anton Strauß Stercotypversuche nn, und als er im Jahre 1801 dieSchriftgicßcrcibcfugnis erhielt, wurde ihm amtlich bestätigt, daß seine Letternmit den englischen, seine Stereotypen mit den französischen auf gleicherStufe stünden. In München aber machte der im Jahre 1772 in Prag geborene Aloys Senefclder 1796 die ersten Stcindruckversuche.

Die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts machte sich auf den Weg,die alte, schwerfällige Holzprcsse, die der Drucker im Schweiße seinesAngesichts anzog, durch die leichtere, elegantere und einfachere eiserne zuersetzen. Der warme und dichte Hauch einer gewissen Romantik, mitall ihrer Schwerfälligkeit und Unbchilflichkeit, die doch in einer Zeit nochwenig empfunden wurde, der Stunden und Tage das waren, was unsMinuten und Stunden sind, umweht jene alte Presse. Die kalte undklare Luft bewußten Fortschreitens und Ausnützcns, der Beschleunigung,der Geradlinigkeit, der Knappheit, der Eleganz der Einfachheit in jeder Be-ziehung umweht die technischen Hilsömittcl, wie sie sich jetzt vorzubereitenbegannen. Es ist das Bild des ganzen Zeitalters, dessen Männer Zopfund Perücke, dessen Frauen Reifrock und Stöckelschuhe ablegten, dessenHäuser statt aus zusammengesetzten blcigefaßtcn Scheiben aus klaren,