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Verfertigung und Sammlung der Württembcrgischen Geschichte den Dantder gelehrten Welt verdiene. Und nun — Kritteleien über „das ?0i-male und die Schreibart"! „Was die Perioden betrifft, so sind diesesIndividualitäten, welche dem Verfaßer eigen sind, und deren abändernngaus einer gedoppelten Ursache äußerst schwehr ist, 1) weil bcy Verän-derung derselben es so dann nimmer das SaUIei'ische Werk wird",zweitens weil es zu viel Zeit kostet; „zu geschweige», daß dies den Muthdes verdienten Mannes kränken könnte", was „Schade wäre".°° Feilichwar die Bevormundung des Autors der württcmbergischen Ccnsur über-haupt besonders eigen, wenn auch natürlich nicht in so maßloser Weise.Moser wird nicht müde, die Quälereien württcmbcrgischer Zensoren zuschildern, die ihm sogar grammatikalische Ausdrücke änderten, verlangten,daß er hier und da Größen mit Buchstaben statt mit Zahlen anzugebenhabe u. dcrgl., und sich auch anmaßten, inhaltliche Änderungen vorzunehmen. Das letztere mag durch die Zensur der Fortsetzung der KleinenGeographie Württembergs von Professor Franz durch dcu Geheimen Nat(1791) veranschaulicht werden.°° Befugsamc der Landschaft: gehört nicht ineine Geographie und ist deshalb zu streichen. Daß der Verfall des Geist-lichen Standes in Württemberg sichtbar sei: ist eine gewagte Behauptung,also wegzulassen. Von der Untertanen „Repräsentanten, den Landständcn"zu sprechen, ist ungehörig; es hat bloß zu heißen: „Lollsgicn". DieAngabe, daß der Wcinhandel im Württcmbergischen sehr gesunken sei,ist dem Weineommcrcio Württembergs nachteilig und deshalb zu „inodi-ficiren". Daß „die Bilanz des Handels nach und nach dem Herzogethume uachtheilig zu werden scheine", ist unrichtig, es muß vielmehrheißen: „Obgleich die Bilanz des Handels seit mehreren Jahren für dasHerzogthum vorthcilhaft ist; so bleibt doch dem Patrioten noch der Wunschübrig, daß" u. s. w.
In der Schweiz herrschte, obgleich bcsoudcrs Zürich mit zu denführenden Städten des neuen gcistig-littcrarischen Zeitalters zählte, dochwenigstens in älterer Zeit noch ein recht surchtsamer Geist; Wiclcmdo„Agathon" wurde der Druck verweigert, und als der Verlag (Orell,Geßner Ä Comp.) ihn trotzdem (mit dem Impressum Frankfurt undLeipzig ) drucken ließ, wurde das Buch verboten; „Don Silvio von Nosalva"wurde ebendeshalb in Ulm bei Bartholomäi gedruckt; die Züricher Censurzusammen mit den dürftigen Honornrverhältnissen hat dem Züricher Ver-