Leipzig : Breitkopf und andere Buchhändler. Wachstum der Firmcnzahl. 477
verkaufte. Im Jahre 1750 starb der Begründer der Firma Heinsius(Joh. Samuel); 1793 begann die Geschäftstätigkeit seines Enkels,Wilhelm Heinsius , des Begründers des „Allgemeinen Bücherlexikons";in seine Hand gelaugte zugleich die ebeu erwähnte nltbcrühmtcI. F. Glcditsch'sche Handlung, bis er sie dann im Jahre 1805 an CarlFriedrich Enoch Richter abtrat, der uns später als einer von den erstenDeputierten des Leipziger Buchhandels begegnen wird. Die FirmaCaspar Fritsch nahm im Jahre 1760 die angesehene Firma Joh. ChristianMartini iu Leipzig und 1766 die Firma Johann Wcndler in Leipzig auf.Die Firmen Wolfgang Dcer und Großcns Buchhandlung verschwindenin den Jahren 1752 und 1758.
Von deu neuen Firmen des Reichscheu Zeitalters war die be-deutendste die von Siegfried Leberccht Crusius (Meßkatalog 1766/1815;heute F. C. W. Vogel), der im Jahre 1765 die 1730 von Joh . Mich.Teubncr in Braunschweig gegründete und später nach Leipzig versetzteBuchhandlung erwarb; Weißes Kindcrfrcund, Salzmanns Elemcntarbuch,Bröders mit den Schulerinncrungcn ganzer deutscher Generationen ver-wachsene lateinische Grammatik, Werke Basedows sind einige von denzahlreichen buchhandelsgcschichtlich denkwürdigen Artikeln seines Verlags."Neben ihm stehen Wcygandt, C. Fr. (dann F.) Schneider, ferner Perthes'Lehrhcrr A. F. Böhme, Joh. Fr. Junius, endlich Dyck, E. B. Schwickert,Paul Gotthclf Kummer, Joh. Phil. Haug, dessen Handlung 1789au Johann Ambrosius Barth überging, W. G. Sommer, Fr. Gotth.Iacobäer.
Scharf zeichnet sich iu der Geschichte auch des Leipziger Buch-handels der Einschnitt, der das nachreichschc vom Reichschcn Zeitaltertrennt. Es war auch hier gerade dieser Zeitpunkt, in dem eine außer-ordentliche Zunahme der Buchhandlungen begann. Ihre Zahl betrugim Jahre 1740 25, im Jahre 1789 27; in dem dazwischenliegende»halben Jahrhundert betrug sie zuweilen weniger (1770: 17), zuweilenmehr (1746: 39; 1782: 36), blieb aber im ganzen auf der Höhevon etwa 26 Buchhandluugen. Im Jahre 1791 aber finden wir 47Buchhandlungen verzeichnet, und bis zum Jahre 1804 war ihre Zahlweiter bis auf 56 gestiegen: einer verhältnismäßigen Gleichmäßig-keit in jenem halben Jahrhundert gegenüber in drei Iahrfttuftcn einunaufhaltsames Aufsteigen bis zu der doppelten Höhe. — Druckereien