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begannen erst zu Ende des Jahrhunderts: an der Spitze, wenn wir vonder Typographischen Gescltschaftsbuchhandlung in Wcißcnburg absehen, diein den vier Jahren 1789—1792 229 Titel an den Meßkatalog ein-sandte, Gottfried Adolph Grau, der 1793 die 1737 von Joh. GottlobMeiling begründete Buchhandlung in Hof (heute G. A. Grau ^ Comp.)und die 1683 gegründete und ebenfalls noch heute bestehende GrauischeBuchhandlung in Bayreuth erwarb^, und Johann Esaias Seidl, der 1785die „gauz ruinirte" Lichtenthalcrsche Druckerei in Sulzbach, in der erbis dahin Faktor gewesen war, ankaufte (Meßkatalog seit 1797), 1790für seine buchhändlerischen Verdienste zum Kurfürstlichen Kommcrzienraternannt wurde und 1799 in Amberg neben dem bis dahin einzigenBuchhändler (und Buchdrucker) Georg Koch daselbst eine zweite Buch-<und Kunst-) Handlung eröffnete. In Bayreuth ist ferner Joh. Andr.Lübeck (Meßkatalog 1758/81, 1782/1814 I. G. Lübecks Erben), zu er-wähnen, in Neustadt a. Aisch I. S. F. Riedel (Meßkatalog 1783/92),vermutlich dieselbe Handlung wie die des durch seinen pornographischenVerlag berüchtigten I. C. F. Riedel in Schweinfurt , dessen Name gerademit dem Jahre 1793 auftritt (bis 1804 und noch 3 Artikel im Jahre1807), in Anspach Jac. Chr. Posch (Meßkatalog 1750.73. In Würz-burg gründete der dortige Bürgermcistcrssohn Johann Jacob Stechet(1723—1787) im Jahre 1753 die im Jahre 1763 um den Besitzder dortigen Universitätsbuchdruckcrei erweiterte Handlung, die noch heutein der Stcchelschen k. bayr. Hof- und Universitätsbuch- und Kunsthand-lung und der Stcchelschen Verlagsanstalt fortlebt. Das Geschäft legteFilialen 1765 in Bamberg und Fulda an. Während Nicnner wie Göb-hardt dem Nachdruck huldigte, wurde die Stahclsche Handlung auf soliderund kapitalkräftiger Grundlage erbaut und fortgeführt; daß sich Göschen1787 gemeinsam mit dem hochgebildeten Sohne des Begründers — erbesaß die Doktorwürde und ist in Graz Stadtrat, Procurcur de la Com-mune und Deputierter einer Landeskommission gewesen, führte übrigensauch eine gewandte Feder, wenn es darauf ankam, den Buchhandel gegenAngriffe der Universitätsprofessorcn zu verteidigen — das kaiserlichePrivileg auf Goethes Schriften ausstellen ließ, zeichnet deutlich die cngcuund vornehmen Beziehungen zum großen norddeutschen Verlagshandcl.vr. Veit Joseph Stahcl ist es auch gewesen, der das Würzburger Ge-schäft, nachdem es im 18. Jahrhundert noch von geringerer Bedeutung