Druckschrift 
Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
Entstehung
Seite
509
Einzelbild herunterladen
 

Würzburg : Stcihcl,

509

war, zu höherer Blüte emporführtc. Der Stahclsche Verlag gewahrteinen lehrreichen Einblick in das buchhändlerische Geschäft als Unter-nehmung. Die geschäftliche Perle des Verlags war, wie so häufig, einLandeskalendcr (der Fuldaer), dessen Monopol vom Verleger mit großerStrenge überwacht wurde. Originalvcrlag, erklärte Joh. Jak. Stahcl derRegierung wir haben in andcrm Zusammenhange davon gehört,käme in einem Lande wie Würzburg natürlich kaum vor. Sein Geschäftstand und fiel mit der Veranstaltung von Nachdrucken außcrdeutscherLitteratur. Es war ein honettes und lohnendes Geschäft: der Stoff lagzum Zulangen da, die Herstellungskosten waren entsprechend verminderte,und kein übler Ruf war damit verbunden; und so ruhte denn auch, wieStahel zufrieden angibt, der Segen Gottes darauf. Die Gelehrten frei-lich dachten wenig schmeichelhaft vom gottgesegneten Würzburger Buch-handel. Im Senat der Universität wurde wiederholt vorgeschlagen, denkatholischen Buchhändlern einen protestantischen an die Seite zu setzen, umsie so zu einergrößern und uneigennützigem Thätigkeit zu zwingen",aber die betreffenden Professoren wurden jederzeit von der Gegenparteiüberstimmt. Es liegt einunangenehmer und schädlicher Druck auf deinVerlage", undder Schriftsteller ist dem Eigennütze der Buchhändler zuWiirzburg Preis gegeben", erklärte endlich öffentlich eine AbhandlungimZweiten Probeblatt des Nationalblattcs für die Kurf. BaierischenFürstcnthümer in Franken" vom Jahre 1803. Soll die UniversitätWürzburg emporkommen, so mußder dortige Buchhandel eine völligeUmgestaltung erhalten ... Eine Universität ohne lebhaften und aktivenBuchhandel, ist beynahe wie eine Reitschule ohne Pferde". Der Buch-handel iu Würzburg sei in einemtraurigen Zustand".Sie werdennichts finden, als Krümer, die auf Dreher spekuliren, die sich mit Com-missionswaarcn mühsam fort bchclfen, die höchstens nur einige Pro-grammen oder Gebetbücher zu verlegen wagen, und selbst diese nur nach-drucken, die den Schriftsteller mit stolzen Augen messen, ob er ä 1s.Hofrath frisirt scy, die dem großen Geschichtsschreiber Schmidt kaumein Paar Guldeu Honorar geben wollten, die kaum eine drcyviertclsPresse haben, und sich weder um gute Lettern noch um soliden DruckMühe geben." Deshalb, und nicht aus gewissen andern Gründen, vondenen der Verleger zur Beschämung der Gelehrten redete, war nach ihnender einheimische Originalverlag so gering. Man habe meist im Ausland