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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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8. Kapitel: Das bibliopolische Deutschland .

die Fäden. Hier in Pennsylvanien faßten die aus dem Elsaß eingewanderten Christoph Sauer Bater (gest. in Gerinantown 1758)und Sohn (gest. 1784) Fuß; sie gaben bis 1777 dieGermantownerZeitung" heraus und druckten und verlegten dcmeben Kalender, eingeistliches Magazin und im übrigen hauptsächlich Schulbücher, Kate-chismen, Broschüren und Flugblätter. Räch ihnen hatte besonders Sa-muel Sauer, erst in Philadelphia, dann in Baltimore , großen Ruf;David Sauer setzte das großväterliche Geschäft nuu in Philadelphia fort. Biel wichtiger aber war es, daß der Buchhandel Deutschlands selbst die neuen Lande jenseits des Oceans sich nutzbar zu machen be-gann. In welchem Sinne er es zunächst that, das sehen wir an demLeiter der Dessauer Gelehrtenbuchhaudluug, die eine Ableitung besondersälterer Ware nach Amerika in großem Stile zu organisieren begann.Krieger hatte mit seinem besonders für das Ausland bestimmten Syste-matischen Bücherverzeichnis der fertigen Bücher mit Preisen in ersterLinie Amerika im Auge, und im Jahre 1795 teilt er mit, daß einerseiner EompagnonS nach Amerika gegangen sei und in Philadelphia eineHandlung gründen werde.^ Stahel in Würzburg sandte besonders seinetheologischen Nachdrucke italienischer, französischer undbrabcmdischer"Originale in ganzen Stapeln durch die Missionaricn ans dem Prediger-orden über Spaniennach dem entlegensten Amerika ".'^

Der Buchhandel war aufs engste mit den großen Strömungen derZeit, mit den nach Bildung, Stand, Konfession so verschiedenartigen Be-wohnern der deutschen Lande verbunden. Er spann aus sich heraus dasGewebe einer neuen, cntwickeltcrn Bedürfnissen entsprechenden Organisation.Er arbeitete aber auch gleichzeitig an der Vervollkommnung der Vertriebs-mittel im weitesten Sinne, besonders nach der journalistischen und biblio-graphischen Seite hin, und auch hier vollzogen sich wesentliche Fortschritte.

Da bekam denn zunächst nichts sollte fest und unkritisicrt bleibenin dieser Zeit der Entstehung neuer Grundlagen der altehrwürdigeMeßkatalog seinen ersten Stoß.

Sein Preis wechselte mit dem Umfang; der Ostcrmcßkatalog desJahres 1784 z. B. kostete in Leipzig 10, der des Jahres 1797 12 Groschen.Die Titel sollten ordnungsgemäß spätestens vier Wochen vor der Messeeingesandt sein, so daß das Publikum uoch nach ihm bestellen konnte. Manhört gelegentlich, es sei in der That der Fall gewesen^; meistens scheint