Sortimentskatalog.
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Eine den Mcßkatalog ergänzende und berichtigende Rolle spieltenvielfach die Mcßsortimentskatalogc. Allerdings enthielten sie gewöhnlichnicht nur Neuigkeiten; und vielfach sagte sogleich der Titel: „nebst vielenältern, die dies Verzeichnis) (d. h. der Leipziger Meßkatalog) nicht ent-hält"; einen Teil dieser ältern Bücher bildeten die nach alter Gewohn-heit am Schlüsse besonders und nach dem Format — wie sie auf Lagerwaren — geordneten gebundenen Bücher.
Dagegen sagt z. B. der Kriegersche Katalog von Michaelis 1783von sich: „Er enthält möglichst vollständig alles das, was wirklich aufden beiden abgelaufenen Messen an neuen Produkten zum Borschein ge-kommen ist." Zugleich konnten sie für die auf die Messe folgenden Monatedeshalb Vollständigeres als der Meßkatalog leisten, weil die Titclannahmefür den Mcßkatalog zu Michaelis z. B. am 24. August geschlossen wurde,die Michaelis-Sortimcntskataloge aber zuweilen erst im November er-schienen."" Zuweilen gab man von den Büchern, die in den auf die Messefolgenden Monaten erschienen waren, besondere Nachtragskatalogc heraus.
Im Jahre 1827 berichtete eine buchhändlerischc Schrift, bis in dieMitte der 1780er Jahre etwa hätten die Sortimcntskataloge, da mandamals die neuen Bücher ans der Messe selber sich habe aussuchen unddas Ausgesuchte behalten müssen, nur die Bücher enthalten, die der Buch-händler wirklich besaß.In den 1790er Jahren finden wir jedenfallsKataloge, die durchaus nicht den eigenen Bestand verzeichnen. Kriegerin Marburg stellte, um die Büchcrliebhaber mit den Mcßncuigkcitenzeitiger bekannt zu machen, seit Ostern 1797 an Stelle seiner bisherigenSortimcntskataloge einen Abdruck des Mcßkatalogs hcr, iu dem cr nurcincrseits, um das Publikum nicht mit der Wiederholung älterer Titelzu belästigen, die Titel der künftig erscheinenden Schriften wegließ, undzu denen er andererseits eine Prcistabcllc nachlieferte, zu welchem Zweckedie Titel in seinem Kataloge mit fortlaufenden Nummern versehenwurden (die Mcßkatalogc erschienen erst seit 1828 mit Preisangabe,während, wie wir uns erinnern, die Preisangabe im Sortimentskatalogin der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts schon allgemein gebräuch-lich war). Diesen Abdrücken ist die ausdrückliche Bemerkung beigefügt,daß, auch wenn die Handlung so nicht oder noch nicht mit allen imKatalog verzeichneten Büchern verschen sei, jedes derselben doch posttäg-lich in Leipzig zu erhalten sei. Die Buchhändler machten daraus auf-