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Auch an der so lange unverändert gebliebenen äußern Einrichtung desMeßlatatogs wurden Ausstellungen gemacht. Nicolai schlug in der Mitteder siebziger Jahre im Namen vieler seiner Kollegen eine Anordnungnach dem Alphabete der Verleger vor, sodaß er zu einer Art Meß-memorial geworden wäre: für den Buchhändler um so bequemer, alser sich, wie Nicolai bemerkt, bei der Wahl doch in gewissem Maße nachdem Namen des Verlegers richtete. Für den Gebrauch des Publikumsdachte er sich ein Autorcuregister beigegeben. Gerade das Umgekehrteist zwei Jahrzehnte darauf eingeführt worden: seine für das Publikumzweckmäßige Entrichtung ihm belassend, gab man dem Katalog von Ostern1795 ab ein Verlegcrregistcr bei. Es war nicht die einzige Änderung.Das alte Quartformat wich dem handlichem Oktav. Ferner wurdemit der Ostermcsse 1797 eine besondere Rubrik für Schauspiele undRomane eingeführt. Damit war man nicht allseitig einverstanden; Ge-lehrte vom Ansehen eines Mensel wünschten die durchgehende alphabetischeOrdnung wiederhergestellt."'" Entsprach dies den bibliographischen Inter-essen des Gelehrten, so wie wir oben Nicolai Wünsche deö Buchhänd-lers vortragen hörten: den Ausschlag gab das Interesse des großenPublikums, und die Rubrik blieb bestehen. Auch Joh. Friedr. Korn d. Ä.war mit der Änderung nicht einverstanden; er hätte es für wichtigergehalten, die römisch-katholische Littcratur (durch andere Schrift) be-sonders bemerkbar zu machen.^ Ein Zeichen neuzeitlicher Ansprüchewar es, daß man endlich dem Unwillen über die uralte Gepflogenheitdes „unschicklicheu Dcklinicrcnö der dominum rn'orn'im'um iu littera-rischer Hinsicht" Ausdruck gab. Stolleus oder Stolles Beiträge mitAnmerkungen von Schützen, Michaelis Untersuchungen herausgegebenvon Kreßcn: hießen die Autoren Stoll oder Stolle, Schütz oder Schütze,Michaeli oder Michaelis, Kreß oder Kresse-"^ Endlich wünschte derredliche Buchhändler, daß in dem Meßkatalog keine anonymen TitelAufnahme finden sollten."^ Ein Verlangen, das sich eigentlich nachReichs- und lursächsischen Gesetzen von selbst verstand. Die Mcßkatalogehaben die Erklärung, daß Titel ohne Ort und Verleger nicht mehr auf-genommen werden würden, auch selbst gleich vor dem Verzeichnis ge-bracht, so zu Michaelis 1802 — schon der Ostcrkatalog 1803 mußtesie aber wiederum bringe» und enthielt noch dazu mehrere Titel ohneOrt und Verleger sowie mit erdichtetem Ort.