542
Wissenschaftlichen Klassen geordneter „OatsloZus Incksx Nawnarum"zu Band 1—4, auf 167 eng gedruckten Oktavseiten mehr als 50000Bücher und Büchlein verzeichnend, durch eine Unmasse von alphabetischgeordneten Schlagworten, unter deren jedem die Autoren oder mit einemWorte bezeichneten Titel folgen, in der That „allen Gelehrten, Bücher-freunden und Buchhändlern brauchbar" gemacht; wir glauben es demVerlage aufs Wort, daß es Mühe kostete, Werke von solcher Voll-ständigkeit, deren Erreichung „beynahe nur Sache des Gelehrten vonProfession" war, ins Leben zu rufen; bis zum Jahre 1804 erschienenin weitern je 12 Supplementen Band 6 — 8, zusammen ca. 75000Nummern enthaltend."' Kataloge der Degenschen Buchhandlung inWien z. B. (LawloAuo 1799—1805, Neuer Katalog 1803) werden inihrer verständigen Einrichtung und Systematisicruug und geschmackvollentypographischen Ausstattung von der Buchdruckergeschichtc Wiens nochjetzt als Muster für solche Publikationen bezeichnet.^
Neben den Universal- und Mcßsortimcutskatalogcn gaben die Buch-handlungen ebenfalls zum Teil auf das sorgfältigste durchgearbeiteteFach- und Spezialkataloge zu ihren Lagcrbeständcn heraus: sei es zuwissenschaftlichen oder allgemeinlittcrarischen Gebieten, sei es z. B. zuGebetbüchern. Aber noch weiter drang jetzt der Buchhandel vor. Ein1797 geschriebener Aufsatz erwähnt die sebstverständlichcn Grenzen derSortimentskataloge. Allerdings, fährt er fort, hätten schon „einige"Buchhandlungen, wie Vandenhoek <K Ruprecht in Göttingen , MonathH Kußler in Nürnberg, Haude & Spener in Berlin , Korn d. Ä. inBreslau, Metzlcr in Stuttgart u. a. in. Lagerkataloge geliefert und da-mit dem Litterator im engern und weitern Sinne das angenehmste Ge-schenk gemacht: aber für den, der sich nur auf die Kenntnis derjenigenBücher einzuschränken wünsche, welche entschiedenen Wert besitzen, seienauch diese Kataloge unbrauchbar.^" Hier war nun nicht lange vorherNicolai mit einer Schöpfung aufgetreten, mit der er das Katalogwesenum eine neue Gattung bereicherte. Es gehörte schon damals zu dengeschäftlich dankbarsten Leistungen des Buchhändlers, kleinere oder größereBibliotheken zusammenzustellen und zu liefern. Nicolai führte dieseSeite der buchhändlerischen Thätigkeit in das Katalogwcsen ein, indemer 1787 (Berlin und Stettin ) das „Verzeichnis) einer Handbibliothekber nützlichsten deutschen Schriften zum Vergnügen und Unterricht, wie