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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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Spczialkawlog, Handbibliothek. Buch Händlerzeitung.

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auch der brauchbarsten Ausgaben der lateinischen und griechischen klassi-chen sso^ Autoren, und in Deutschland gedruckten ausländischen Bücher"herausgab. Der Katalog wurde so zum literarischen Berater, der derBuchhändler sonst nur persönlich war. Die Nicolaische Handbibliothekwurde vom Publikum sehr günstig aufgenommen"^ schgn 1795 erschiensie in vierter ganz umgearbeiteter und vermehrter Auflage, der uoch1811 eine fünfte folgte. Die Nachfolge blieb indessen gering; außerFriedrich Perthes 'Deutscher Hand-Bibliothek. Verzeichnis; der vorzüg-lichsten deutschen Bücher", Hamburg 1807, ist uus kein anderer der-artiger Katalog aus jener Zeit bekannt geworden. Allerdings wurdendie Verzeichnisse seltener und kostbarer Werke zu Ausgang des 18. Jahr-hunderts immer häufiger"^ diese gehören schon in die.Klasse derAntiquariatskataloge. Auch diese erschienen neben der früher beliebtenAnordnung nach dem bloßen Format (so Krieger, Gießen, 1782) jetzt inreicher wissenschaftlicher Gliederung (so Gcrh. Fleischer d.J., Leipzig , 1803).Eine nicht seltene Veranlassung solcher Kataloge war der Ankauf einerBibliothek seitens des Buchhändlers. Endlich gaben namentlich die Uni-vcrsitätsbuchhändlcr Verzeichnisse neuer und älterer Dissertationen heraus.

Wir haben schon früher Beispiele dafür gefunden, daß man Kata-loge im Laufe ihrer Bearbeitung in periodischen Lieferungen herausgab,und wir finden solche Beispiele auch jetzt. Waren diese Lieferungenwirklich mir Teile eines in Arbeit befindlichen Kataloges, so führten sieüber diesen auch nicht hinaus.^ konnte aber auch der Fall sein, daßerstens ein Verleger es unternahm, in solcher Weise nicht den eigenenBestand, sondern die Büchcranzeigen möglichst vieler Buchhändler er-scheinen zu lassen, oder daß zweitens in solchen Lieferungen jene buch-händlerisch-litterarischcn Anzeigen verschiedenster Art, wie sie den Sorti-ments tatalogen mehr und mehr beigegeben wurden, das Übergewichterhielten, sodaß periodische Unternehmungen entstanden, die wieder unterUmstünden mehr bnchhändlerischen oder mehr literarischen Charaktertragen konnten. Als Beispiel für die erste Art mögen dieMonaths-Blatter" Joh. Friedr. Korns d. Ä. in Breslau angeführt sein, diedieser gegen Ende des 18. Jahrhunderts zur Unterstützung seines Sorti-mentsvertriebs herausgab.Das früheste Beispiel der zweiten Art liegtuns aus Nürnberg vor. Hier kündigte am 1. Juni 1776 der VerlegerChrstn. Gotth. Hausse an:Gemeinnützige Anzeigen neuer Berichte für