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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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8. Kapitel: Das lnbliopolischc Deutschland .

alle Gattungen der Lesere mit kurzen Anmerkungen nebst literarischenNachrichten, Fragen und brauchbaren Bekanntmachungen, besonders inAbsicht Frankens auf das Jahr 1776." Avertisscments und Anfragennach alten und neuen Büchern, und was sonst ins Büchcrwcscn einschlägt,stellten sich aber so gut wie gar nicht ein, sodaß das geplante Buch-händlcrblatt ein in wöchentlichen Lieferungen erscheinender SortimcntS-und Lagcrkatalog blieb und Hausse mit August 1777 das Unternehmeneinstellte. Das Jahr darauf aber erschien die erste wirklicheBuch-händlcrzeitung", die sich acht Jahre lang behauptet hat. Sie wurdevon der Hcroldschen Buchhandlung in Hamburg herausgegeben. DasFormat war ein sehr kleines ^ltav; sie erschien in Wochcnstücken vonmindestens einem Bogen Starke ; der Jahrgang kostete zwei Thaler.Deutlich gewahren wir das Rückgrat des Sortimcntskatalogs: der Haupt-inhalt besteht aus Auszügen aus neu erschienenen Werken und kurz be-sprechenden Anzeigen, die meist mit der Notiz schließen:Ist in derHeroldschen Buchhandlung zu haben". Daneben besteht der Inhalt vorallem aus Subskriptions- und Pränumcrationsanzcigen, meist von denAutoren selbst, sowie aus Nachrichten aus der Gelchrtcnwelt, Personalien,Todesanzeigen von Gelehrten und Künstlern. Außerdem bringt sie kleineArtikel und Mitteilungen, die besonders das Censur- und Nachdrucks-wesen betreffen. Endlich hat jeder Jahrgang einAlphabetisches Ver-zeichnis aller Buchhändler und Buchdrucker, die die Leipziger Messe be-suchen, oder deren Verlag daselbst zu bekommen ist". Während dieHamburgischcBuchhändlcrzcitung" erschien, war eine zweite Buch-händlerzeitung in Leipzig entstanden aber auch schon wieder eingegangen.Sie war geschaffen worden von Immanuel Breitkopf , der auch diesesUnternehmen, ebenso wie seine Geschichte der Buchdruckcrkunst, in einerGröße und Ausdehnung plante, unter der die Verwirklichung leidenmußte. Sie nannte sich:Magazin des Buch- und Kunsthandels, welcheszum Besten der Wissenschaften und Künste von den dahin gehörigenNeuigkeiten Nachricht gibt" und erschien in Großoktav. Ein gewaltigesGerüste, in das das Gebäude eingebaut wurde oder doch werden sollte!Die Zeitung brachte die mit Erläuterungen versehenen Anzeigen neuerBücher des In- und Auslandes und die Voranzeigen künftiger Neu-erscheinungen, brachte Verkaufsangebote von Büchern und Bibliotheken,zeigte Besitzvcründcrungcn in Firmen und Verlagsartikeln an; sie brachte