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ort war aber Nürnberg , und ihr Unternehmer, Joh. Leonhard SixtusLechner, konnte sich an Kenntnis und Thätigkeit mit dem dahingeschiedenenRoch in keiner Weise messen. Was für eine Rotte würde das NochscheBlatt in den großen Neformjahrcn 1802—1804 gespielt haben! Indem Nürnberger Blatte finden diese Vorgänge leider nicht das leiseste Echo.Mit Beginn des Jahres 1804 fielen die buchändlerischeu Notizen (Preis-herabsetzungen, Angebote seltener Bücher, zu kaufen gesuchte Bücher, Vor-anzeigen, Ankündigungen von Lotterien, Manuskript-Angebote u. s. w.) weg,weil „mehrere von denjenigen Herren, zu deren Vortheil die Artikel ab-gedruckt wurden, die Kosten des Drucks und Papiers zu ersetzen sichweigerte:?". Hatten auf diesem Gebiete auch bisher schon die Büchcr-anzeigcn der Lcchncrschcn Buchhandlung selbst stark überwogen, so wurdedie Zeitschrift damit fast wertlos. Das Blatt erschien einmal wöchent-lich im Umfange von einem Bogen in Quartformat . BuchhändlcrischeEinsendungen rein geschäftlichen Charakters sollten, nebst dein Porto, fürdie Zeile 1 Kreuzer, für neun Zeilen 2 Groschen sächsisch zahlen, alleandern bekamen mindestens das Porto vergütet. Der Preis des Blattesbetrug pro Alphabet 1 fl. 30 kr. Rheinisch (20 Groschen sächsisch). DemJahrgange 1805 sind 109 Subskribcutcu vorgcdruckt, unter denen sich15 süddeutsche und 21 norddeutsche Buchhändler befinden, alle nur mit1 Exemplar (nur Felßecker in Nürnberg 3 Exemplare). Da sich eineVermehrung der Subskribentenzahl nicht erreichen ließ, das Blatt abereiner Mindcstzahl von 300 Subskribenten bedurfte, so wurde es mitdiesem Jahrgang 1805 geschlossen.
Bilden die Buchhäudlcrzcituugen einen ganz außerordentlichen Fort-schritt in Ausbau und Vertiefung des buchhändlerischcn Vcrtricbswcsensund in der Steigerung der Bewußtheit des Buchhandels von sich selbstüberhaupt, so traten daneben andere Erscheinungen auf die Bühne, diebestimmt waren, Hilfsmittel zur Erleichterung des Geschäftslcbens zubilden. Joh. Christian Gädicke in Weimar (dann in Berlin ), ein Buch-händler, der in einem langen Leben so manche buchhändlcrische Schriftenund Aufsätze verfaßt hat, ließ zu Ende des Jahrhunderts ein Fabriken-Addrcß-Lexikon und eine Jntclligcnzblättcrkunde bei sich erscheinen undveröffentlichte im Jahre 1799 den Plan zu ciucm Buchhändler- undBuchdruckcrlcxikon, der allerdings ebenso wenig zum Ziele führte, wieG. F. Schads „Einladungsschreiben an alle Buchhändler und Litteratur-