Buchhündlerzeitungen.
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Handel sollten die drei Ziele des Journals sein. Die praktisch-buchhänd-lcrischc Seite tritt in dieser für Staatsmänner, Gelehrte und Buch-händler bestimmten Zeitschrift bedenklich zurück, wiewohl Palm neben denüblichen Anzeigen verschiedenster Art versuchte, einen Gedankenaustauschüber „Vorfälle des Buchhandels" in Gang zn bringen; lange Artikelüber die idealen Aufgaben des Journals, die „Bedürfnisse der Philo-sophie in Rücksicht ihrer Kultur durch den Buchhandel", sowie eine dürf-tige Kritik von Lobcthans „Grundsätzen des Handlnngsrcchts mit beson-derer Rücksicht auf das Verlagsrecht des Buchhändlers und das Eigen-tumsrecht des Schriftstellers" (Leipzig , 1795) füllen die Spalten. Dasbeste, oder besser: ein gutes und gelesenes Buchhändlcrblatt der Zeitwurde der Leipziger „Allgemeine literarische Anzeiger". Er brachte dieüblichen Fragen, Anzeigen, Angebote und Gesuche vou Buchhändlern,Schriftstellern und Büchcrlicbhabern, verfolgte namentlich die preßpolizei-lichen Ereignisse und brachte littcrarische und literarhistorische Miseellcn.Das Blatt hat wirklich in seine Zeit eingegriffen. In ihm und sciucnNachfolgern haben Buchhändler und Gelehrte gern und viel zu wirklichpraktischen Fragen bibliographischer, organisatorischer und sonst praktischerNatur das Wort ergriffen. Dabei war und blieb das von einen? be-sonnenen Manne geleitete norddeutsche Organ im Unterschiede zu denBlättern Palm-Bensens, in denen sich Himmclstürmcrei mit pedantischerGespreiztheit seltsam paarte, sachlich, knapp, vornehm. Schon darauswürde seine Bedeutung hervorgehen, daß kein anderer als FriedrichNicolai ein allgemeines Register dazu veranstaltete, das nach seinem Todeim Jahre 1811 (Berlin und Stettin ) erschien; die Vorrede dazu schriebBiester. Der Redakteur und Herausgeber des „Allgemeinen literari-schen Anzeigers" war der jugendliche Johann Christian Roch, Kandidatder Rechte und Eigentümer einer Verlagsbuchhandlung in Leipzig (geb.31. Okt. 1773), derselbe, der aus Brcitkopfs Nachlaß den zweiten Teildes „Versuchs über den Ursprung der Spielkarten" (Leipzig 1801) heraus-gab. Er starb am Heiligabend des Jahres 1801, noch nicht dreißigJahre alt. Die drei ersten Bände (von Juli 1796 bis Dezember 1797) er-schienen in Folio, die folgenden acht in Quart; es erschienen wöchentlichzwei Nummern. Der Preis des Bandes betrug bei wöchentlicher Liefe-rung 1 Nthlr. 1Z gr., bei monatlicher 1 Rthlr. 8 gr. Als Fortsetzungder Zeitschrift erschienen die „Literarischen Blätter". Ihr Erscheinuugs-
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