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Geschichte des deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft / Johann Goldfriedrich
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8. Kapitel: Das bibliopolischc Deutschland ,

Neue Archiv für Gelehrte, Buchhändler und Antiquare. Herausgegebenin Verbindung mit Mehrcrn von Heinrich Bensen Doctor der Rechteund der Philosophie und Johann Jacob Palm Buchhändler in Erlangen .Erstes Jahr 1795. Erster Band. verite tricunplie wujouis.Erlangen verlegt Johann Jacob Palm", und denAllgemeinen litera-rischen Anzeiger", herausgegeben von I. Ch. F. Roch, Leipzig 17961801. Die Bedeutung beider Zeitschriften, namentlich der crstcrn, istuns aus der Geschichte der neunziger Jahre bekannt. Auch dasNeueArchiv" brachte Anzeigen ncncr Bücher, Verkaufsangebote älterer Bücher,Anzeigen gesuchter Bücher, Verkaufsangebote von Buchhandlungen, Stellen-gesuche vonSubjekten", d. h. Buchhandlnngsgchilfen, und sonstige ver-mischte Nachrichten. Seine Hauptabsicht aber war die, den BuchhandeleinerHauptprüfung" zu unterwerfen, und, wenn möglich, eineRefor-mation an Haupt und Gliedern" zu bewirken. Dies sowohl hinsichtlichder Buchhändler selbst, bei denenWillkühr und Jsolirtheit" herrsche,wie hinsichtlich der Schriftstcllerwclt, diezu viele und unnütze" Bücherproduziere. Dies beides, sowie die Gefahr, daß der Buchhandel införmliche Fabriken" ausarte, waren ihm die brennendsten Fragen derZeit; erst nächstdem die Steuerung der Nachdrucksgcfnhr. Ein Buch-händler und ein Gelehrter gaben diese Zeitschrift heraus; Palm hattedie Redaktion des praktischen, Bensen die des theoretischen Teils. DieZeitschrift wollte alles in ihr Interesse ziehen, wasden ganzen Buch-handel umfaßt". Palm bemühte sichnach und nach eine bessere Ord-nung in die Geschäfte des Buchhandels einzuführen". Aber hier sprachauch der Gelehrte; die Zeitschrift sollte zugleich ein Organ sein, in demdie Gelehrten ihre den Buchhandel betreffenden allgemeinen und bcson-dern Wünsche bekannt machten. Sie ist indessen in dieser Hinsichtnicht benutzt worden. Und der Absatz, den sie fand, war äußerst gering zweifellos lag es an der schulmäßig-aufklärerischen Breite, an derdie Aufsätze der Reformer litten; die erste Wochcnnummer führt 25 Sub-skribenten mit 27 Snbskriptionscrcmplarcn auf, spätere Umschläge gcbeuden Absatz auf 215 Exemplare an. Die Fortsetzung der Zeitschrift, diePalm und Bensen im Jahre 1796 mit einemJournal zur Bcförde^rung dcr Kultur durch den Buchhandel" versuchten, und von der nurzwei Stücke erschienen, war darin noch viel unleidlicher. Aufklärung,Witlensbcsscrnng und Vorbereitung einer Gesetzgebung für den Buch-