Bücherlcxikon. Büchcranzeige.
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und vom Verleger resp. Kommissionär rührig vertrieben werden. Geradeder letzteren Bedingung legte er für Erfolg oder Nichterfolg, natürlichaber gerade für letztern, ganz besondere, ja ausschlaggebende Bedeutungbei.^ Zunächst war natürlich die neue Erscheinung möglichst stark undzweckmäßig im Buchhandel zu versenden. Zugleich aber wurden nachalter Gepflogenheit Avcrtissements in eigenen Verlagsartikeln abgedruckt,den eigenen und Versandexemplaren beigelegt, an die Lokalblätter undwichtigsten auswärtigen Zeitungen und gelehrten Journale, an die Ncuig-keitsblütter der Buchhändler versandt, um teils abgedruckt, teils inBlättern und Büchern beigelegt, in den Läden verwandt, an die Kundenversandt zu werden. Am 22. Juli 1786 bekam Bahrdt von Vieweg d. Ä.in Berlin seine Freiexemplare, am 6. September hatte Vieweg bereits2000 von Bahrdt verfaßte Avertisscments in Berlin ausgegeben undnach auswärts versandt. Den beiden Berliner Zeitungen und dem Jn-telligcnzblatt waren 1000 Stück Avcrtisseiueuts beigelegt worden- „Hilftdies nicht so, wie ich denke, so lasse ich es ordentlich iuscrircn". Ordent-lich inserieren: von der Vossischen Handlung in Leipzig wurde behauptet,sie bezahle für Inserate jährlich 12—1500 Thaler. Die WalthcrischeBuchhandlung in Leipzig kündigte 1789 Bahrdts Biographie auf rosen-roten Blättchen an. Am Platze war es nicht ungebräuchlich, dieAvertisscments in den Häusern herumzuschickcn. Handelte es sich umSchulbücher, so wandte man sich um Einführung an alle möglichen In-spektoren, Rektoren, Konrektoren, Kollegien und Präccptorcn, auch anMagistrate.^ Die Bücheranzcigcn waren im ganzen Reichschen Zeit-alter und in großem Umfange auch noch darüber hinaus ganz einfach:In meinem Verlage wird zur nächsten Leipziger Ostcrmessc fertig werden— In wenigen Wochen erscheinen — In meinem Verlage ist soebenerschienen — Soeben ist erschienen und in allen Buchhandlungen zuhaben — In allen Buchhandlungen Teutschlands sind zu haben — Inallen guten Buchhandlungen ist zu haben — In allen Buchhandlungenund guten Leihbibliotheken ist zu haben. Höchstens gestattete man sicheinen bescheidenen Schmuck, wie: „Der durch seine. . . rühmlichst be-kannte Verfasser", oder dergleichen. Namentlich was Schrift und Satz-anordnuug betrifft, blieb man bis ins 19. Jahrhundert hinein durchausschlicht und einfach. Im „Allgemeinen literarischen Anzeiger" findetsich zum ersten Male in der Nummer vom 22. Juni 1798 eine ganze