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Seite in auszeichnender Schrift und Satzanordnung zu der Ankündigungeines Artikels des Verlegers verwendet; sonst sind in bescheidener Weiseauszeichnende Ankündigungen ganz selten. Im letzten Jahrzehnt des18. Jahrhunderts aber macht sich ein starker Unwille darüber bemerkbar,daß die Verleger der Aufgabe ihres hohen Berufs untreu geworden seienund ihren Anzeigen „eine Art lobpreisender kurzer Rccensionen" bei-fügten, welche unschickliche, unnütze und schädliche Gewohnheit erst seitkurzem aufgekommen sei.^
Nichts ist der Menschheit so wichtig, als ihre Bestimmung zu kennen,Um zwölf Groschen Courant wird sie bei mir jetzt verkauft —
so persiflierte Schiller die „Buchhändlcranzcigc". Was die Preise be-trifft, so kostete in Gg. Will). Friedr. Spacths Augsburgcr politisch-literarischem Courier die Oktavzeile 2 kr., für buchhändlerische Jahrcs-abonncntcn 1 kr.^, im Literarischen Notizcnblatt des vom AltenburgcrLiterarischen Comtoir herausgegebenen Allgemeinen literarischen Jour-nals die Zeile für litterarische Inserate 6 Pf.^, im Jntclligcnzblattder Jenaischen Allgemeinen Littcrntur-Zcitung die Zeile 1 gr."<>
War die Büchcranzeige in Zeitung und Journal und das, wasman heute „Waschzettel" nennt — Krieger in Gießen plante im Jahre1780 ein ganzes Waschzettelinstitut (von ihm „neuartiges Reccnsions-journal" genannt), d.h. einen „Geist der neuesten Schriften"^, der,wie er in einem Circular den Verlegern mitteilte, aus „kcruhaftcu Aus-zügen der bei Ihnen fertig gewordenen Bücher durch Ihre Herrn Au-toren selbst" bestehen sollte ^2 —, auch schon ein älterer Gebrauch: sorecht ins Kraut schössen sie doch erst im nachrcichschen Zeitalter. Güdickebezeichnete später die täglich erscheinende Jcnaische Littcratnrzcitung darinals epochemachend, die seit dem Jahre 1785 erschien. Sie „eröffneteden Buchhändlern einen Ausrufcmnrkt, welcher bisher nicht dagewesen".In der That begann ja mit dieser Zeitschrift eine neue Ära des lite-rarischen Journals. Und wie sie, so die ihr ähnlichen Blätter nebenund nach ihr. „In jedem forderte man die Buchhändler auf, Anzeigenvon neuen Büchern einzuschicken, und diese Gelegenheiten, neue Bücherbekannt zu macheu, diese Aufforderungen dazu, haben sich ins Ungeheurevermehrt." Die Gegenleistung des Verlegers für die Recension warim allgemeinen das Recensionscxemplar. Um das Jahr 1800 rechneteman, daß ein Verleger von einen: Artikel „ein paar Dutzend" Rccen-